"Antenne" fehlte Draht nach oben


Die Wasserbombenwerfer machten es gnädig. Und wo sie einen Treffer landeten, war ein Regenschirm Retter in höchster Not.


Im Vorprogramm fühlte sich ein sehr junges Publikum besonders
angesprochen.


Die Grillmeister gerieten ganz schön ins Schwitzen, um die
hungrigen Münder mit Steaks und Bratwürsten zu stopfen.


Diese Gruppe aus Amberg wollte um jeden Preis ein Pressefoto
- hier bekommt sie es zum Nulltarif.
NEUMARKT. Da musste selbst der legendäre Studiotechniker Josef Nullinger passen: Er vermochte zwar einen Sternenhimmel über die "Antenne Bayern Strand Party" zu zaubern, aber sein Draht zum (Sprüh-)Regenmacher war doch etwas zu kurz. Was aber dem "Sandspaß und Bayerns größter Grillparty" kaum einen Abbruch tat. Dafür legten sich die "Gute-Laune-Macher" um so mächtiger ins Zeug und wiesen den himmlischen Miesmacher in seine Schranken.

Und die "Antenne Bayern"-Hörergemeinde ließ sich schon gleich zweimal nicht abhalten, sich auf den Weg in das Herz der Metropolregion, ja sogar in das geographische Zentrum Europas zu machen. Vom Thüringer Wald bis zu den Alpen, vom Rhein bis zur Moldau - für eine Nacht war Neumarkt die Hauptstadt der guten Laune und eines überwiegend jugendlichen Völkchens. Noch weit über den Veranstaltungsbeginn hinaus bildete sich am Eingang eine lange Warteschlange, so dass die Amberger Straße stadteinwärts auf eine Fahrspur verengt werden musste.

Wer aber dann die letzte Hürde der Kartenabreisser genommen hatte, tauchte ein in eine Welt, die man nur von Postkarten aus südlichen Ländern kennt. Sandstrand unter den Füßen, Palmen vor der Nase und flotte Musik für die Ohren. Dazu als Würze angenehmer Grillduft, hervorgerufen von leckeren Grillsteaks und durstmachenden Bratwürsten. Die ersten tausend hungrigen Mägen wurden gratis verköstigt - bei den anderen wurde nicht so genau mitgezählt.

Und das Beste an der kurzweiligen Sommernacht: die ganz in Weiß gekleideten Moderatoren, deren nimmermüdes Mundwerk einen Gag an den anderen reihte ("Damit auch die Einarmigen mitklatschen können: Suchen Sie sich einen Glatzkopf als Vordermann"), oder deren Spielchen zwar nicht immer ganz neu (Wasserbomben werfen) waren, doch so charmant serviert wurden als wären sie gerade erst erfunden worden.

Hinzu kam der Aha-Effekt, dass man seinen Moderatoren-Star vom Radio auch mal zu Gesicht bekam. Da ist an erster Stelle der "Herzensbrecher" Florian Weiss zu nennen, der sich selbst als "Adrenalin-Junkie" bezeichnet und beim weiblichen Publikum (unter 20) wahre Begeisterungsstürme oder zumindest (über 20) Herzklopfen auslöst.

Das 32-Jährige Energiebündel Kathie Kleff zielte da mehr auf das Publikum gesetzteren Alters - solche "Antenne"-Hörer soll es auch und nicht wenige geben -, die ihre Gesangsleidenschaft, ihre Spontaneität und ihre (pardon) bemerkenswerte Oberweite faszinierte. Damit wäre jetzt eine unaufdringliche Verbindung zu den drei Dancing-Girls gefunden, die auf den Beleuchtungstürmen nimmermüde ihre Beinchen schwangen, wäre da nicht noch einmal auf den "Studiotechnikner" Josef Nullinger zurückzukommen. Der Niederbayer mit dem bürgerlichen (Künstler-)Namen Mike Hager verstand es, Situationskomik unters Völkchen zu streuen, die natürlich nicht der Zufall, sondern das Schlitzohr ersann. Das Bedienen der 200.000 Watt starken Licht- und Tonanlage auf der neun Tonnen schweren Bühne hat er "richtigen" Studiotechnikern überlassen, die - wie der Großteil der über mehr als hundert Mitwirkenden - nicht im Rampenlicht standen.

Hinzu kam ein perfekt funktioniernder Sicherheitsdienst, der zusammen mit dem BRK, der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte. Nicht unerwähnt blieben die fleißigen Helfer des Bauhofes, die noch bis Dienstag die 1.700 Tonnen Sand wieder "auflesen" müssen

Als Schlag Mitternacht der letzte Stern auf dem mit 30 Metern Durchmesser vom Sonnen- zum Regenschirm umfunktionierten Nachthimmel erlosch, hatte "Deutschlands erfolgreichster Radiosender" (Werbeslogan) längst den richtigen Draht zum Publikum gefunden, den er als "Antenne" weiter pflegen will.
Erich Zwick


Eine schier endlose Warteschlange bildete sich in der Amberger Straße bis hinab zum Unteren Tor.
06.08.06
Neumarkt: "Antenne" fehlte Draht nach oben
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