Was die Neumarkter verdienen...


Je dunkler, desto reicher: Im Landkreis Neumarkt haben die Bürger durchschnittlich ein höheres Einkommen als in den östlichen Nachbar-Kreisen. Im Ballungsraum Nürnberg wird aber deutlich mehr verdient.
Grafik: Landesamt

So wird gerechnet

NEUMARKT. Das der Betrachtung zugrunde liegende verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ergibt sich aus deren Primäreinkommen (Bruttoerwerbs- und -vermögenseinkommen) zuzüglich der empfangenen und abzüglich der geleisteten laufenden Transferleistungen.

Zu den geleisteten Transfers zählen insbesondere die Einkommens- und Vermögenssteuern sowie die Sozialbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die von den Privathaushalten empfangenen Transfers umfassen insbesondere die so genannten monetären Sozialleistungen, wie z. B. Altersrenten und Pensionen, Arbeitslosengeld, Kindergeld u.v.a.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stellt einen besonders aussagefähigen Indikator für den (monetären) "Wohlstand" der Bevölkerung dar und ist als der Betrag zu verstehen, der den in einer bestimmten Region lebenden Menschen für Konsumzwecke oder zur Ersparnisbildung zur Verfügung steht.
NEUMARKT. 17.034 Euro netto verdient ein Neumarkter Landkreisbürger - vom Baby bis zum Greis - durchschnittlich im Jahr.

Damit zählt der Landkreis Neumarkt zwar zu den "wohlhabenden" Gebieten Ostbayerns, aber immer noch zu den "Habenichtsen" in Bayern. Zudem belegt Neumarkt mit deutlich unter einem Drittel in den letzten 15 Jahren beim Zuwachs einen der hinteren Plätze.

Die jetzt vorgelegten Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung beziehen sich auf das Jahr 2004 und lassen schon Neidgefühle entstehen: Im "Millionärs-Landkreis" Starnberg liegt das durchschnittliche Netto-Einkommen bei 27 645 Euro je Einwohner. Andererseits wird in den ostbayerischen Landkreise Cham (15 313), Regen (15 171) und Freyung-Grafenau (14 944) deutlich weniger verdient als in Neumarkt.

Dort wurden in den letzten 15 Jahren allerdings Zuwachsraten von bis zu 48 Prozent erzielt. In Neumarkt waren es mit 31,9 Prozent viel weniger als der Landesdurchschnitt von 35 Prozent. Auch bei den absoluten Zahlen liegt Neumarkt um den Preis einer schönen Urlaubsreise unter dem Bayern-Durchschnitt von 18 535 Euro.

Außer Neumarkt (und Tirschenreuth) verzeichneten in den letzten 15 Jahren alle Oberpfälzer Landkreise überdurschnittliche Zuwachsraten: Grundsätzlich "reicher" waren die kreisfreien Städte. Sie hatten aber auch geringere Zuwachsraten: Nach Auskunft des Landesamtes verringern sich die regionalen Einkommensunterschiede in Bayern etwas. Die verfügbaren Einkommen stiegen im ländlichen Raum stärker als in den Städten.

Jeder der rund zwölfeinhalb Millionen Einwohner Bayerns konnte 2004 im Durchschnitt über ein Einkommen von 18 535 Euro verfügen und damit 35,0 Prozent mehr Geld für Konsum ausgeben oder sparen als noch 1991. Allerdings verblieb nach Berücksichtigung der allgemeinen Preisentwicklung real, d.h. in Waren- und Dienstleistungseinheiten ausgedrückt, nur ein relativ bescheidenes Plus von 5,4 Prozent.

Zwischen den einzelnen Kreisen und Regierungsbezirken des Freistaats weist das Einkommensniveau zum Teil beachtliche Unterschiede auf. Allerdings hat sich das Einkommensgefälle seit 1991 insbesondere zwischen städtischen und ländlichen Gebieten etwas vermindert.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, haben sich die Einkommensunterschiede in den 96 bayerischen Kreisen von 1991 bis 2004 deutlich verringert. Den aktuellen Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zufolge konnte die bayerische Bevölkerung 2004 pro Kopf im Durchschnitt auf ein verfügbares Einkommen von 18 535 Euro zurückgreifen. Im Jahr 1991 waren es noch 13 377 Euro gewesen, so dass sich für den 13jährigen Zeitraum ein Zuwachs von 35,0 Prozent errechnet.

In den 25 kreisfreien Städten verlief die Entwicklung der Pro-Kopf-Einkommen mit einem Plus von durchschnittlich 30,6 Prozent deutlich schwächer als in den 71 Landkreisen mit 37,4 Prozent. Nach wie vor liegt das Einkommensniveau in den kreisfreien Städten etwas höher als in den Landkreisen, wenngleich der Abstand von ursprünglich 14,7 Prozent auf 9,0 Prozent geschrumpft ist. Berücksichtigt man den allgemeinen Anstieg der Verbraucherpreise, der sich im 13-jährigen Zeitraum auf 28,1 Prozent belief, so bleibt vom nominalen Einkommenszuwachs allgemein nur sehr wenig übrig. Angenommen, alle Kreise waren von der Verteuerung der Lebenshaltung gleichermaßen betroffen, dann errechnet sich für die Bewohner der Landkreise ein (realer) Kaufkraftgewinn von 7,2 Prozent, während der Stadtbevölkerung im Durchschnitt preisbereinigt nur ein Plus von 1,9 Prozent blieb. Bayernweit beschränkte sich der Anstieg der Realeinkommen also das „Äquivalent“ für zusätzliche Käufe von Waren und Dienstleistungen auf 5,4 Prozent.

In der Rangfolge der 96 Kreise nach ihrem Pro-Kopf-Einkommen haben sich im Zeitraum 1991 bis 2004 zumeist nur geringe Verschiebungen ergeben. Die drei Kreise mit dem höchsten und die drei mit dem niedrigsten Einkommensniveau sind nach wie vor die gleichen. Mit großem Abstand vorne in der Skala liegt der Landkreis Starnberg mit 27 645 Euro je Einwohner, gefolgt vom Landkreis München (23 670) und der Stadt München (22 436).

Über die niedrigsten Durchschnittseinkommen verfügten die Einwohner der drei Landkreise Cham (15 313), Regen (15 171) und Freyung-Grafenau (14 944). Mit weit überdurchschnittlichen Zuwachsraten von jeweils 45 bis 48 Prozent konnten diese drei ost- bayerischen Regionen jedoch in den 13 Jahren seit 1991 ihre relative Position deutlich verbessern. Die verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen erreichen 2004 immerhin bereits zwischen 80,6 und 82,6 Prozent des bayerischen Durchschnitts, 1991 waren es noch zwischen 73,4 und 76,3 Prozent gewesen.

Während sich hier also der Rückstand um über sieben Prozentpunkte verringerte, blieb in den drei einkommensstärksten oberbayerischen Kreisen die Einkommensentwicklung leicht unterdurchschnittlich, so dass sie etwas von ihrem „Vorsprung“ einbüßten. In Landkreis Starnberg liegen die Durchschnittseinkommen dennoch weiterhin nahezu eineinhalbmal so hoch wie im bayerischen Durchschnitt (149,2 Prozent). Der Landkreis München kommt auf einen Wert von 127,7 Prozent, die Landeshauptstadt selbst auf 121,0 Prozent.

Das Durchschnittseinkommen im Landkreis Freyung-Grafenau lag 2004 bei 54,1 Prozent gemessen am Niveau des einkommensstärksten Landkreises Starnberg. 1991 hatte die Relation noch 48,2 Prozent betragen. In 68 von 96 Kreisen (70,8 Prozent) weichen die Pro-Kopf-Einkommen um weniger als 10Prozent vom Landesdurchschnitt ab.

In Betrachtung nach Regierungsbezirken weist Oberbayern 2004 mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 20 402 Euro je Einwohner das mit Abstand höchste Niveau auf, allerdings erhöhten sich hier die Durchschnittseinkommen seit 1991 mit 31,8 Prozent deutlich schwächer als in den anderen sechs Regierungsbezirken. Am stärksten war der Anstieg in der Oberpfalz (+42,7 Prozent) und in Niederbayern (+37,6 Prozent), den beiden Regierungsbezirken mit dem nach wie vor niedrigsten Einkommensniveau in Bayern. Auch auf Regierungsbezirksebene haben sich die regionalen Einkommensunterschiede damit im Lauf der Zeit etwas abgemildert.
16.08.06
Neumarkt: Was die Neumarkter verdienen...
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