Von Krise weitgehend verschont


Am Gemeinschaftsstand Holz sehen einem Drechsler bei der Arbeit zu: Stellvertretender Landrat Albert Füracker, Staatssekretär Hans Spitzner, Stellvertretender Landrat Ludwig Fürst, Stadtrat Ludwig Segerer, LRA-Pressereferent Michael Gottschalk, Landrat Albert Löhner und Schirmherr Oberbürgermeister Thomas Thumann (v.links).
Fotos: Erich Zwick

Landrat Albert Löhner freut sich über die Resonanz, die die
Handwerkerausstellung bei Schülern findet. Hier begrüßt er eine
Klasse aus Mühlhausen mit ihrer Lehrkraft Toni Karg.
NEUMARKT. Das Neumarkter Handwerk lebt zwar auf keiner Insel der Glückseligen, aber von der großen Krise blieb es weitgehend verschont - so der Tenor bei der Eröffnung der 7. Neumarkter Handwerksausstellung in den Jurahallen.

Der prominenteste Redner, Staatssekretär Hans Spitzner, der eigentlich wegen des Gemeinschaftsstandes Holz gekommen war und dort hätte sprechen sollen, sah das Neumarkter Handwerk als einen stabilen Faktor innerhalb der Neumarkter Gesamtwirtschaft. Er hatte im Jahre 1990 die Schirmherrschaft über die "Premieren-Schau" übernommen und das zum fünften Jubiläum noch einmal freudig getan.

Diesmal war Oberbürgermeister Thomas Thumann an der Reihe, der sich bereits kurz nach seiner Wahl nicht zweimal bitten ließ. Er setzt damit eine handwerkerfreundliche Tradition fort, die die "Ikonen" der Neumarkter Kommunalpolitik gepflegt haben, so Oberbürgermeister a.D. Kurt Romstöck, der ebenso unter den Ehrengästen weilte wie Landrat a.D. Josef Werner Bauer - beide ausgesprochene Freunde des Handwerks; vor allem der Ex-OB, dessen Wurzeln im Handwerk liegen.

Mit berechtigtem Stolz wies Kreishandwerksmeister Gerhard Ulm darauf hin, dass die Mehrzahl der 16 Innungen durch ihre Beteiligung auf einen großen Erfolg hoffen lassen. Bei äußerst moderaten Eintrittspreisen (drei Euro) rechnet die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Maria Denk - wegen ihrer vorbildlichen Organisation von allen Seiten mit Lobeshymnen überhäuft - mit mindestens 15.000 Besuchern.

Alle Schulen des Landkreises ab der 8. Jahrgangsstufe sind sogar zu einem kostenlosen Besuch eingeladen, um den Berufsanfängern von morgen die Handwerksberufe schmackhaft zu machen. Nicht nur sie machten am Eröffnungstag schon regen Gebrauch von dem Angebot, sondern auch die Allerjüngsten aus dem benachbarten Kindergarten an der Heubrücke durften mal reinspitzen.

"Unsere Innungsstände geben dieser Handwerks- und Verkaufsausstellung eine besondere Note und unsere Jugendlichen können sich hier über die jeweiligen Handwerksberufe bestens informieren", stellte Obermeister Ulm freudig fest und fügte an, "dass es gerade das Handwerk ist, das die meisten Ausbildungsplätze anbietet."


Auf dem Stand der Sparkasse gibt es ein Trekking-Rad zu ge-
winnen. Bei der Lösung war Preisfrage war Sparkassendirektor
Karl Novotny (Mitte) behilflich.
Diese Auffassung teilte der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerum für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Hans Spitzner, merkte aber kritisch an, dass es bei manchen Jugendlichen an der Ausbildungsreife mangele. Für einen Kfz-Mechaniker genüge es nicht mehr, einen Zwölfer von einem Siebzehner Schraubenschlüssel unterscheiden zu können. Wer beispielsweise heutzutage die Gesellenprüfung im Elektrikerhandwerk ablegen will, muss so viel Wissen mitbringen wie vor 40 Jahren ein Abiturient bei der Reifeprüfung.

In den höchsten Tönen lobte auch Landrat Albert Löhner, der seine Stellvertreter Albert Füracker, Ludwig Fürst und Willibald Gailler mitgebracht hatte, das heimische Handwerk. Auch er dankte den Meistern für ihre Bereitschaft, auch in schwierigen Zeiten Berufsnachwuchs auszubilden.

Herbe Kritik hatte zuvor Hans Spitzner an den Handwerkszweigen geübt, zu denen man ohne Meisterprüfung Zugang hätte. So führte er das Beispiel eines befreundeten Fliesenlegermeisters an, der vorher allein für die Betreuung von 30.000 potentiellen Kunden zuständig war. Heutzutage würden elf Mitbewerber, die nicht einmal Gesellen zu sein brauchen, den Markt streitig machen. Hier würde sich aber eines Tages die "Geiz-ist-geil-Mentalität" bitter rächen; denn nur das Handwerk biete Qualität zu fairen Preisen und nur das Handwerk bürge mit seinem guten Namen.

Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung, die bis zum 24. September täglich von 10 bis 18 Uhr zugänglich ist, überzeugten sich Ehrengäste und erste Besucher von der Richtigkeit der Worte des heimischen Staatssekretärs.
Erich Zwick


Die Bäckerinnung bot Nahrhaftes an: Schirmherr OB Thomas Thumann langte bei den Brötchen zu;
die Weißwürst' gab's dann anschließend.
21.09.06
Neumarkt: Von Krise weitgehend verschont
Telefon Redaktion


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