"Erheblicher Nachholbedarf"

NEUMARKT. Kann der "Zwerg Börnsen", eine kleine, knapp 4000 Einwohner zählende Gemeinde in der Nähe Hamburgs, auf dem Energiesektor ein Vorbild für das relative große Neumarkt und die kleineren Gemeinden rundum sein? Mit dieser Frage beschäftigten sich in der Aula des Landratsamtes der Referent, Ulrich Ewald, und die Versammlungsteilnehmer aus der Region.

Im Namen der Bürgerinitiative für gesunde Luft begrüßte Johann Georg Glossner die Gäste und den Referenten Ulrich Ewald, der aus dem hohen Norden angereist war.

Börsen, die kleine Gemeinde, etwa 600 Kilometer von Neumarkt entfernt, hatte vor elf Jahren den Entschluss gefasst, bezüglich der Energieversorgung einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Konzernen zu tun. Die Gemeinde kündigte damals die Lieferverträge mit den Gas- und Stromlieferanten. Derzeit betreibt die Firma Gas- und Wärmedienst Börnsen, eine GmbH, bei der die Gemeinde Hauptanteilseigner ist, drei getrennt aufgebaute Blockheizkraftwerke. Alle drei werden mit Erdgas betrieben.

Man stellt damit einen Teil des im Ort benötigten Stroms selbst her und als Zusatzprodukt Wärme, die der Betrieb im jeweiligen Umfeld an angeschlossene Privathaushalte über ein Fernwärmenetz liefert. In naher Zukunft soll in einer vierten, noch zu erstellenden Blockheizkrafteinheit vor Ort erzeugtes Biogas eingesetzt werden und in einem weiteren Kleinkraftwerk sollen Hackschnitzel aus dem nahe gelegenen Bismarckschen Forst mit verwendet werden. Sozusagen auf "drei Versorgungsbeinen, nämlich Erdgas, Biogas und Holz" wird Börnsen dann stehen und damit seinen Bürgern noch mehr Versorgungssicherheit gewährleisten können.

Für Neumarkt sei die Situation ähnlich: Holz, als Hackschnitzel einzusetzen, sei vorhanden, Biogas könne produziert werden und Erdgas müsse zukünftig effizienter als nur zum Verbrennen verwendet werden, hieß es bei der Versammlung.

Die angesprochenen "Insel-Lösungen" seien in Neumarkt bei gutem Willen sehr leicht machbar: mehrere kleine Blockheizkraftwerke sollten gebaut werden, um damit im Idealfall Schulen, Betriebe, Altersheime und umliegende Wohnbebauung mit Wärme und Warmwasser zu versorgen und um mit einem sehr hohem Wirkungsgrad Eigenstrom zu erzeugen.

Johann Georg Glossner sieht in Neumarkt auf dem Gebiet des möglichst wirkungsvollen Energieeinsatzes erheblichen Nachholbedarf. Gerade auf dem Gebiet der Energieversorgung müsse man "endlich verstärkt tätig werden".
28.10.07
Neumarkt: "Erheblicher Nachholbedarf"
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