"Praktisch schuldenfrei"


Berger Vorzeige-Objekte: Die Schwarzachtal-Schule.


Das Hallenbad
NEUMARKT. Die Gemeinde Berg steht nach Aussagen von Bürgermeister Helmut Himmler zum Beginn des neuen Jahres 2009 hervorragend da und hat sehr gute Voraussetzungen für eine weiterhin positive Gemeindeentwicklung. Im Überlappungsbereich der Regierungsbezirke Oberpfalz und Mittelfranken sei man innerhalb der Metropolregion Nürnberg gut positioniert und pflege die Nachbarschaft zu den umliegenden Kommunen.

Die Gemeinde verfolge seit Jahren konsequent die Strategie, angesichts einer guten kommunalen Haushaltslage, günstiger Baupreise und einer weitgehend zufrieden stellenden Zuschusssituation in Bayern massiv in Bauleistungen und damit in die technische Infrastruktur der Gemeinde mit ihren 34 Orten zu investieren.

Daher wurde auch 2008 massiv in die Infrastruktur der Kommune in den Bereichen Straßenbau, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung mit Erweiterung und Generalsanierung der Kläranlage, Dorfverschönerung und Grunderwerb investiert, so dass das Vermögen der Gemeinde mit einem Wert von rund 110 Millionen Euro beträchtlich gesteigert werden konnte.

In Berg ist inzwischen das gemeindliche Straßennetz mit einer Länge von 150 Kilometern in einem Zehnjahresprogramm mit großem Kapitalaufwand und unter optimaler Nutzung öffentlicher Zuschüsse erneuert und saniert worden. Nach Erstellung der Jahresrechnung einschließlich der sogenannten inneren Verrechnung hatte der Gemeindehaushalt 2008 ein Volumen von rund 16 Millionen Euro. Auch in den nächsten Jahren sollen massive Zukunftsinvestitionen stattfinden, da die Gemeinde – die sich als Brückengemeinde zwischen der Oberpfalz und dem Großraum Nürnberg sieht – über die erforderliche finanzielle Basis verfügt.

Die großen Projekte

BERG. Auch im Jahr 2009 wird die Gemeinde Berg massiv in die Infrastruktur investieren und den Kurs der stetigen Erneuerung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur beibehalten.

Die wichtigsten Bauprojekte im laufenden Jahr werden sein:

Abschluss der Tiefbauarbeiten im Waller Tal (Abwasserentsorgung im Trennsystem, Straßenbau, Ortsgestaltungsmaßnahmen). Damit sind rund 94 Prozent der Haushalte an die zentrale Abwasserentsorgung" angeschlossen und das große Projekt "Anschluss an die zentrale Abwasserreinigung ist damit abgeschlossen. Die restlichen sechs Prozent der Haushalte werden ihr häusliches Abwasser dauerhaft über private Kleinkläranlagen reinigen müssen.
Kosten: rund 1,7 Millionen Euro

Neubau der Wasserversorgungsleitungen mit Straßenbau und ortsgestalterischen Maßnahmen in Oberölsbach und Unterölsbach
Kosten: rund 1,02 Millionen Euro

Generalsanierung der Grundschule Berg
Kosten: rund 1,3 Millionen Euro

Umbau eines Stockwerks an der Grundschule für die Mittags-, Nachmittagsbetreuung und die Ganztagesschule (Mensa, Gruppenräume, Personalräume)
Kosten: rund 0,2 Millionen Euro

Neubau einer Kinderkrippe in Berg
Kosten: rund 0,5 Millionen Euro

Wegebauprogramm 2009 (Rad- und Wanderwege, Wirtschaftswege)
Kosten: rund 0,2 Millionen Euro

Nach Vergabe der Bauleistungen sollen die Baustellen in Ober- und Unterölsbach an Ostern anlaufen. Nach den Osterfeiertagen werden außerdem die Baumaßnahmen im Waller Tal weitergeführt und voraussichtlich im Mai abgeschlossen.
Obwohl in der nahezu 13jährigen Amtszeit von Bürgermeister Himmler ein Haushaltsvolumen von 187 Millionen Euro abgewickelt wurde, konnten die Gemeindefinanzen saniert werden. Faktisch ist die Schwarzachgemeinde schuldenfrei, da den zum 1. Januar 2009 noch vorhandenen 0,59 Millionen Euro Schulden höhere Rücklagen gegenüberstehen, erklärte Himmler.

Pro Kopf weist die Gemeinde aktuell 78 Euro Schulden aus. Damit liegt Berg weit unter der durchschnittlichen Verschuldungsrate im Landkreis Neumarkt und dem Verschuldungsgrad bayerischer Gemeinden, der zuletzt in der Gemeindegrößenklasse zwischen 5000 und 10.000 Einwohner bei 732 Euro pro Person lag.

Auch im Vollzug der Kassengeschäfte im Jahr 2008 wurde wiederum ein positives Ergebnis erzielt, das heißt die Kassengeschäfte wurden am 31.12.2008 mit einem Überschuss von 988.000 Euro abgeschlossen und 500.000 Euro konnten den vorhandenen Rücklagen zugeführt werden. Die in Berg vorhandene Kaufkraft von rund 130 Millionen Euro pro Jahr, die ordentlichen Steueraufkommen und solide Gemeindefinanzen bieten nach Einschätzung des Bürgermeisters sehr gute Voraussetzungen für die Bewältigung der anstehenden Zukunftsaufgaben.

Die Kommune will den günstigen Hebesatz bei den Realsteuern (300 Prozent bei Grund- und Gewerbesteuer) nicht erhöhen. Dies bedeutet, dass Gewerbetreibende und Eigentümer von landwirtschaftlichen und Baugrundstücken weniger Steuern bezahlen als der Durchschnitt in anderen bayerischen Kommunen.

Zum 31. Dezember 2008 verzeichnete die Gemeinde Berg einen Einwohnerstand von 7.539 mit Hauptwohnsitz und weitere 319 mit Nebenwohnsitz in den 34 Orten der Gemeinde. Die Geburten sind erfreulicherweise von 53 im Jahr 2007 auf 61 im Jahr 2008 angestiegen. Gestorben sind in Berg 2008 insgesamt 79 Personen. Gleichwohl hat die Bertelsmann-Stiftung der Gemeinde Berg bis zum Jahr 2020 ein beständiges Bevölkerungswachstum von 8,7 Pozent prognostiziert.

Die vier Kindergärten in Berg, Sindlbach, Unterölsbach und Loderbach sowie das "Berger Kindernest" sind derzeit mit 253 Kindern nahezu voll belegt, da zur Zeit noch geburtenstarke Jahrgänge in den Kindergärten betreut werden. Darüber hinaus besuchen zehn sogenannte Gastkinder Kindergärten und Kinderkrippen in Neumarkt, Altdorf, Nürnberg und Wendelstein, wobei die Gemeinde Berg einen Finanzierungsbeitrag an die jeweilige Einrichtung leistet. Diese Kooperation soll im Sinne der betroffenen Kinder und Eltern auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

Der Berger Bürgermeister verdeutlichte, dass Kommunalpolitik und Entwicklungsplanung über längere Zeiträume hinweg die Demographie angemessen berücksichtigen muss und dass es schon längst einen Wettbewerb zwischen Ballungsgebieten und dem sogenannten ländlichen Raum um junge Familien und Kinder gibt. Daher sei es eines der wichtigsten Ziele, durch durchdachtes kommunalpolitisches Handeln Familien und Kinder emotional und durch die Schaffung eines positiven gesellschaftlichen und kulturellen Milieus an die Gemeinde zu binden.

Die Grundschule Sindlbach besuchen im laufenden Schuljahr 118 Schüler - so viele wie noch nie. In der generalsanierten und modernst ausgestatteten Grund- und Hauptschule Berg werden derzeit 449 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Die Übertrittsquote an weiterführende Schulen (Gymnasium, Realschule) nach der vierten Klasse liegt bei 59 Prozent. Die Gemeinde ist inzwischen mit 15 Honorarkräften an den Schulen tätig und entwickelt die Einrichtungen Zug um Zug weiter zu einer freiwilligen Ganztagesschule.

Die Anzahl der Gewerbetreibenden stieg 2008 auf inzwischen 650 an, das sind 90 mehr als im Vorjahr. Auch die vereinnahmte Gewerbesteuer erreichte im zurückliegenden Jahr einen Rekordstand in der Geschichte der Gemeinde Berg.

Vom Passamt der Gemeinde wurden 936 Personalausweise, 59 vorläufige Personalausweise, 270 Reisepässe, 13 vorläufige Reisepässe und 159 Kinderreisepässe ausgestellt. Vor die Standesbeamten der Gemeinde traten 26 Paare, um die Ehe zu schließen.

Im Bauamt wurden im abgelaufenen Jahr 78 Bauangelegenheiten (Bauanträge, Anträge auf Vorbescheid, Bauvoranfragen) bearbeitet und geprüft, um anschließend im Gemeinderat behandelt zu werden. Dies wird auch künftig so sein, da große Baulandreserven in Form von 437 erschlossenen Baugrundstücken mit Baurecht vorhanden sind, darunter allein 231 in der Gemarkung Berg.

Allerdings steuert die Gemeinde die Art der Bebauung hin zu intensiverer Nutzung vorhandener Bauflächen – wo vertretbar – durch Nachverdichtung existierender Bausubstanz statt der exzessiven Ausweisung immer neuer Baugebiete, für die es vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Zukunft auch keinen Bedarf mehr gibt.

Darüber hinaus wird aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft künftig immer mehr landwirtschaftliche Bausubstanz in den Dörfern in Wohnnutzung umgebaut. Es mache – so Bürgermeister Helmut Himmler – auch keinen Sinn, die Bebauung an der Peripherie der Orte immer voranzutreiben, während durch diese Praxis innerorts Leerstände die unausweichliche Folge sind.

Folge des demographischen Wandels sei eben auch, dass in Zukunft eine qualitativ andere Ortsentwicklungsplanung zu betreiben sei gemäß den im Leitbild der Gemeinde Berg festgelegten Entwicklungszielen. So soll dem unfangreichen Landverbrauch der letzten Jahrzehnte im Sinne der Nachhaltigkeit entgegengewirkt werden. Diese Prämissen wurden umgesetzt in der Gemeindeentwicklungsplanung (Leitbild, Flächennutzungs- und Landschaftsplan, Gewässerpflegeplan, Neuabgrenzung der Landschaftsschutzgebiete), welche 2006 weitgehend abgeschlossen werden konnte.

Im jetzt begonnenen Jahr wird die Gemeinde wiederum massiv investieren, insbesondere in den Aufgabenbereichen Straßenbau, der Abwasserentsorgung mit Ortsgestaltung in Ober-/Unterwall, Baugebietserschließung, Modernisierung und Erweiterung der Wasserversorgung sowie Neubau des Leitungsnetzes in Ober- und Unterölsbach. Weiter gearbeitet wird am Radweg- und Wandererwegnetz zur Förderung von Naherholung und Tagestourismus aus der Metropolregion. In diesem Jahr wird auch die Kinderkrippe Ber gebaut und die Generalsanierung der Grundschule angegangen.

Nach der Jugendkunstschule 2008 werde man voraussichtlich mit dem Projekt "Musikalische Früherziehung" die soziale Infrastruktur für Kinder weiter ausbauen.

An Ostern werden mit Ober- und Unterwall die letzten Orte an die zentrale Abwasserentsorgungseinrichtung angeschlossen und die Ertüchtigung und Erweiterung der Kläranlage sei ohnehin bereits abgeschlossen. Hinsichtlich Umwelt- und Gewässerschutz seien gewaltige Investitionen getätigt worden mit der erfreulichen Konsequenz, dass die Gewässergüte in Schwarzach, Waller Bach, Sindlbach und Rohrenstädter Bach sich wieder stetig verbessert habe.

Der Bürgermeister ist absolut optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Gemeinde: "Der Zusammenhalt unserer Bürger, eine ausgeprägte Liberalität und das tief verankerte gesellschaftliche Engagement gepaart mit einer soliden und berechenbaren Kommunalpolitik mit strikter Finanzpolitik und klarem Kurs wird wiederum ein gutes Jahr ermöglichen."
22.01.09
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