Dunkles Stadt-Kapitel


CSU-Mitglieder und andere Interessierte besuchten die Ausstellung im Stadtmuseum.

NEUMARKT. Der CSU-Ortsverband Stadtmitte besichtigte zusammen mit sehr vielen Interessierten die Ausstellung "Rechts-Staat? - Neumarkt in der NS-Diktatur. Eine Zwischenbilanz" im Stadtmuseum.

Unter der Führung der Leiterin des Stadtmuseums Petra Henseler stellten sich die Mitglieder einem dunklen Kapitel der Geschichte Neumarkts. Anhand ausgewählter Fotodokumente zeigt das Stadtmuseum, wie es den Nationalsozialisten in Neumarkt auch ohne politische Mehrheit gelang, sich skrupellos die Macht anzueignen.

"Bild- und Ausstellungstafeln beleuchten schlaglichtartig, wie der Nationalsozialismus zunächst Staat und Verwaltung, soziale Gruppierungen und Institutionen und schließlich fast alle Lebensbereiche infiltrieren konnte", sagte Petra Henseler zur Konzeption der Ausstellung. Die Grundlage der Ausstellung bilden jedoch Gesetze, da die Nationalsozialisten in all ihren Vorhaben stets bemüht waren, den Schein der Legalität zu wahren. Kontrastierend werden vor allem Artikel der Weimarer Verfassung dem jeweiligen gesetzlichen Pendant aus der NS-Zeit gegenübergestellt, um so die entscheidende Rolle der Legislative bei der Umgestaltung von Staat und Gesellschaft aufzuzeigen.

Auf der Basis des bislang untersuchten Quellenmaterials erläutern detaillierte Texte die lokalen Ereignisse – allerdings stets im Rekurs auf gesamtdeutsche oder bayerische Zusammenhänge. So erfährt man in der Ausstellung beispielsweise, dass erstmals in der Nacht vom 9. auf den 10. März 1933 auch in Neumarkt 13 Funktionäre der KPD, der SPD und des Reichsbanners in "Schutzhaft" genommen wurden, oder dass beim Ausbau der Mariahilfstraße im Jahr 1938 mehrere ältere jüdische Bürger in glühender Sommerhitze zur Mitarbeit gezwungen waren, aber auch Näheres über die Rolle Dietrich Eckarts, die dieser in der Anfangszeit der NSDAP spielte.

Schließlich würden die Recherchen aber auch verdeutlichen, inwieweit es Möglichkeiten gab, sich dem totalitären Anspruch des Nationalsozialismus zu entziehen. So zeige das Beispiel der katholischen Kirche, wie Geistliche und Gläubige trotz der Anfeindungen des NS-Regimes bereit waren, für ihre christlichen Ideale einzutreten.

"Das öffentliche Interesse an den Neumarkter Verhältnissen in der Zeit des Nationalsozialismus hat in den letzten Jahren enorm zugenommen", sagte die Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Stadtmitte, Ulrike Rödl, über den Ausstellungsbesuch.
23.01.09
Neumarkt: Dunkles Stadt-Kapitel
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