Schon Warnstreik geprobt?


Wenn jetzt schon Züge ausfallen, kann ein Warnstreik am
Donnerstag nicht schlimmer werden: Hier die Regionalbahn
am Dienstag von Nürnberg nach Neumarkt um 9.49 Uhr.
Fotos: Erich Zwick

Warten auf die "Bereitstellung" des Regional-Expresses von
Nürnberg über Neumarkt nach München (Abfahrt 9.36 Uhr).
Auf der Uhr ist es bereits 9.47 Uhr – von einem Zug weit und
breit noch nichts zu sehen.


Endlich: Schlag 10 Uhr – zwei Minuten nach der planmäßigen
Ankunftszeit in Neumarkt – verlässt der Zug den Nürnberger
Hauptbahnhof.
NEUMARKT. Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen zwar erst am Donnerstag zu Warnstreiks aufrufen – aber geprobt wurde er offenbar schon einmal kräftig am Dienstag auf der Strecke zwischen Nürnberg und Neumarkt.

Ein Zugausfall und eine heftige Verspätung innerhalb nicht einmal einer halben Stunde waren noch krasser als die für Donnerstag angekündigten Maßnahmen: Da soll nämlich der Bahnverkehr zwei Stunden "behindert" und nötigenfalls "spürbar und steigerungsfähig" gestaltet werden.

Eine Steigerung dessen, was sich die Bahn am Dienstag im beobachteten Zeitraum zwischen 9.36 Uhr und 9.49 Uhr leistete, ist wohl kaum mehr "steigerungsfähig". Der Nahverkehrszug um 9.49 von Nürnberg nach Neumarkt wurde ersatzlos gestrichen – wegen eines Lokschadens, wie es hieß. Die Reisenden wurden auf den nächsten Zug, eine Stunde später (Abfahrt 10.48 Uhr), "vertröstet".

Der Regional-Express von Nürnberg nach München über Neumarkt, Parsberg, Regensburg, der um 9.36 Uhr hätte starten sollen, war zur planmäßigen Abfahrtszeit weit und breit noch nicht zu sehen, obwohl die Lautsprecherdurchsage zum Einsteigen aufforderte.

Zehn Minuten später die Durchsage, dass sich die "Bereitstellung" des Zuges um zehn Minuten verzögern würde. Der Grund wurde vornehm verschwiegen, vermutlich – wie es schon mal in diesem Winter der Fall war – hatte der Lokführer verpennt. Dann die Verwunderung und Irritation beim Begleitpersonal, dass der Zug vorne und hinten mit einer Lok "bespannt" war. Nachdem von der hinteren zur vorderen Lok offenbar sehr wichtige Papiere gereicht worden waren, konnte letztendlich exakt um 10.00 Uhr die Fahrt mit 24minütiger Verspätung beginnen. Das – und sogar noch zwei Minuten weniger – wäre die Fahrzeit nach Neumarkt gewesen.

Wer auf diesen Zug dann ganz verzichten musste, weil er seinen Termin in Neumarkt nicht mehr erreicht hätte, erhielt nicht einmal eine Erklärung, geschweige denn eine Entschuldigung. Vielleicht ist der "Ausreden-Katalog" erschöpft, weil sich die Reisenden dann nicht auf den Arm genommen zu fühlen brauchen wie am vergangenen Freitag.

Da blieb der Regionalexpress (Abfahrt in Neumarkt um 16.02 Uhr) zwischen Feucht und Fischbach zehn Minuten auf freier Strecke stehen. Als Begründung wurden "Personen auf den Gleisen" genannt. Als hätte die Lok keine Warneinrichtung, mit der man die unberechtigten "Streckengeher" hätte verscheuchen können. Schließlich setzte der Zug seine Fahrt in Schritttempo Richtung Nürnberg fort, als müsste er die Fußgänger vor sich hertreiben.

Nach diesen "Mätzchen" sollte der "richtige" Warnstreik eigentlich gar nicht mehr schrecken.
Erich Zwick
27.01.09
Neumarkt: Schon Warnstreik geprobt?
Telefon Redaktion


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