Naturschützer messen selbst

NEUMARKT. Der Bund Naturschutz will jetzt die Mobilfunkstrahlen an mehreren Punkten im Landkreis selbst messen.

Dazu trifft man sich am Freitag um 18 Uhr am alten Aldi-Parkplatz an der Dammstraße zur ersten Messung. In Fahrgemeinschaften geht es dann weiter nach Pilsach, wo weitere Messungen durchgeführt werden. Anschließend ist im Gasthof „Zum Schloss“ in Pilsach ein Vortrag des Umweltmesstechnikers Walter Friedel und eine Fragerunde geplant.

Die Veranstaltung des Bund Naturschutz soll ein Beitrag sein, in der Bemühung etwas Transparenz in das umstrittene Thema Mobilfunk zu bringen, soll jedem Bürger die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild zu machen, Fragen zu stellen, sich eine Meinung zu bilden, heißt es in der Einladung zu der Veranstaltung. Zu oft werde das Schlagwort „Mobilfunkgegner“ unberechtigter Weise verwendet, wenn Bürger zu Recht Interesse daran zeitgen, Zusammenhänge zu hinterfragen, hieß es. Bei der geplanten Veranstaltung gehe es auch nicht darum, einen bestimmten Sender oder Betreiber an den Pranger zu stellen, sondern um eine offene und ehrliche Diskussion.

Allen dürfte klar sein, dass das Zeitalter des mobilen Telefonierens nicht gestoppt oder zurückgedreht werden könne. Trotzdem sollte es möglich sein, technischen Fortschritt so zu nutzen, dass die Gesundheit von Mensch und auch von Tieren nicht aufs Spiel gesetzt wird, hieß es vom BN. Hier gelte es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Wer einen möglichst schonenden und gesunden Einsatz der Technik fordere, sei kein Gegner.

Bedenklich sei es, dass von der Wirtschaft im eigenen Interesse insbesondere Jugendlichen suggeriert wird, es wäre !schick und unerlässlich ein Handy zu besitzen, das SMSt, fotografiert, filmt, fern sieht, spielt und das alles möglichst im Dauerbetrieb". Telefonieren werde zur Nebensache. Beim Kauf eines Handys oder eines schnurlosen Telefons werde nicht erwähnt, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirken könne, mit welchen langfristigen Schäden man unter Umständen in Zukunft zu rechnen habe.

Von den Mobilfunkbetreibern werde beharrlich behauptet, es wäre "alles im grünen Bereich", solange die Grenzwerte eingehalten werden. In Deutschland sei es allerdings kein großes Problem, im Rahmen der Grenzwerte zu senden, da diese "extrem großzügig bemessen sind und sich nicht an Kriterien der Gesundheitsvorsorge orientieren, sondern einen politischen Hintergrund haben". Die Regierung habe für teures Geld UMTS-Lizenzen verkauft. So sei es klar, dass die Politik den Betreibern nicht durch niedrige Grenzwerte im Nachhinein ein Bein stellen dürfe.

Bei der geplanten Messung im Rahmen der Veranstaltung des Bund Naturschutz am Freitag gehe es nicht um die Grenzwertdiskussion als solche. In der Diskussion des Abends soll es zum einen darum gehen, wie jeder Einzelne auf die Politik und Wirtschaft einwirken und mit mehr oder weniger sanftem Druck durch sein Verhalten mitbestimmen könne. Ein weiteres Thema sei, welche Möglichkeiten es gäbe, sich vor Strahlen zu schützen, und wie man selbst Vorsorge betreiben könne.
05.07.05
Neumarkt: Naturschützer messen selbst
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