Das Jahr und der Tag

NEUMARKT. Um Zeitmessung und Kalenderwesen aus astronomischer Sicht geht es am Freitag um 20 Uhr bei einem Vortrag auf der Fritz-Weithas-Sternwarte.

Im Detail werden im Vortrag von Andreas Leonhardt zunächst die Begriffe "Jahr", "Monat" und "Tag" definiert und gezeigt, dass es viele verschiedene Tages-, Monats- und Jahreslängen gibt und auf welche sich der Kalender vernünftigerweise beziehen muss, um seiner ursprünglichen Bedeutung als Taktgeber zur Sicherstellung des Überlebens der Menschen (zum Beispiel in der Landwirtschaft) gerecht zu werden.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit einer sinnvollen Definition des Sonnentages. Dabei erfahren die Besucher, dass die Sonne keine gleichförmige Zeitdefinition zulässt. Daraus folgt, dass gewöhnliche Sonnenuhren im Jahreslauf periodische Fehler zur normalen Zeit aufweisen.

Der dritte Teil ist der mysteriösen "8" gewidmet, die entsteht, wenn man jeden Tag zur gleichen Zeit die Position der Sonne über dem lokalen Horizont markiert. Hier zeigt sich natürlich am deutlichsten, was für astronomisch seltsame Figuren durch die Zeitdefinition entstehen können. Dieser verrückte Effekt hängt mit der Schiefe der Ekliptik und Exzentrizität der Erdbahn zusammen.

Im vierten Teil geht Andreas Leonhardt auf den Frühlingspunkt ein. Zunächst erfährt der Besucher, welche Kräfte auf die Erde wirken und dass diese versuchen, die Erdachse aufzurichten. Mit Hilfe eines rotierenden Fahrradreifens wird demonstriert, dass die Erde wie ein Kreisel darauf mit einer sogenannten "Präzession" reagiert, so dass sich der Frühlingspunkt relativ zu den Sternen bewegt.

Der fünfte Teil beschäftigt sich dann mit dem Kalenderwesen an sich. Hier erhält der Besucher einen historischen Abriss der westlichen Kalenderentwicklung vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender.

Der sechste und letzte Teil schließlich geht auf die im Solarkalender relativ unbedeutende Rolle des Mondes ein und greift verschiedene Monatsdefinitionen auf. Am Beispiel des Saroszyklus wird demonstriert, wie die "Fast-Teilbarkeit" der verschiedenen Zeitabschnitte dazu führt, dass sich ähnliche Finsternisse für eine gewisse Zeit regelmäßig wiederholen.

Dieser Abend findet auch bei schlechtem Wetter im beheizten Vortragsraum der Sternwarte Neumarkt statt. Wenn die Nacht sternenklar wird, können die Besucher den wunderschönen Himmel mit den sichtbaren Planeten und den schönsten Nebeln und Sternhaufen beobachten. Bei der Himmelsbeobachtung wird sehr warme Kleidung empfohlen.
18.01.12
Neumarkt: Das Jahr und der Tag

Telefon Redaktion


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