Papst hat entschieden !


Papst Benedikt XVI. (links, noch als Kardinal Ratzinger) hat den
Eichstätter Bischof Walter Mixa (rechts) zum neuen Bischof von
Augsburg ernannt.
NEUMARKT. Jetzt ist es offiziell: Papst Benedikt XVI. hat den bisherigen Eichstätter Bischof Dr. Walter Mixa zum Bischof von Augsburg ernannt.

(pde) Nach mehr als neunjährigem Wirken verlässt Bischof Dr. Walter Mixa (64) die Diözese Eichstätt. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am Samstag zum Bischof von Augsburg. Am 23. März 1996 war Walter Mixa im Eichstätter Dom zum Bischof geweiht worden und kehrt nun in sein Heimatbistum zurück. Auch als Bischof von Augsburg wird Mixa weiterhin seine Aufgabe als Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr wahrnehmen.


Visitation der Pfarrei Eutenhofen durch Bischof Dr.
Walter Mixa am 22. Juni 2005
Der ehemalige Regionaldekan und Stadtpfarrer von Schrobenhausen verkörpert eine Seelsorge ohne Berührungsängste, die den unmittelbaren Kontakt zu den Menschen sucht. In Mixas Amtszeit wurden die 279 Pfarreien des Bistums Eichstätt in 52 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Dabei konnten die Pfarreien zwischen unterschiedlich intensiven Formen der Zusammenarbeit wählen. Weitere markante Schritte in den neun Amtsjahren des Bischofs waren die Gründung des Collegium Orientale und die Errichtung des Zentralinstituts für Ehe und Familie. Das Collegium Orientale ist eine ökumenische Einrichtung für Studierende orientalischer Kirchen, die zusammen mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt den Kollegiaten zu einer spirituellen und theologischen Ausbildung verhilft. Der besonderen Unterstützung der Familien durch Grundlagenforschung und Bewusstseinsbildung dient das Zentralinstitut für Ehe und Familie an der Katholischen Universität, das im Herbst 2000 seine Arbeit aufgenommen hat. Als Bischof von Eichstätt war Mixa auch Magnus Cancellarius und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt.

„Nah an den Menschen“

Dass Walter Mixa auch als Bischof Seelsorger geblieben ist, wird nicht nur deutlich, wenn er in seiner Bischofskirche die Beichte hört und auch an Werktagen Gottesdienste zelebriert. Bei seinen zahlreichen Begegnungen in den Gemeinden des Bistums sucht er den persönlichen Kontakt - beim Hausbesuch in einer Familie oder bei einem Schulbesuch, den der erfahrene Religionslehrer auch als Bischof immer wieder praktiziert, beim Termin auf dem Bauernhof, in einer Fabrik, in einer sozialen Einrichtung oder beim Truppenbesuch an Bundeswehrstandorten. Diözesan- und Jugendwallfahrten gehören ebenso zum festen Bestandteil seines Terminkalenders wie die Ferienfreizeit mit Jugendlichen, die Bischof Mixa in den Sommerferien jeweils begleitete und gestaltete. Als Gast beim Fußball-Jugendcamp bleibt der Oberhirte nicht passiv, sondern schnürt auch schon mal die Fußballstiefel. Der promovierte Dogmatiker kennt auch keine Scheu gegenüber den Medien, ob bei Diskussionsrunden und Talkshows im Fernsehen, bei Redaktionsbesuchen oder als „Hauptdarsteller“ eines soeben von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien ausgezeichneten Werbespots für ein kirchliches Jugendfestival.

Der Bischof müsse - so formulierte er jüngst beim Kongress „Freude am Glauben“ - „vorangehender und guter Hirte“ sein, „authentischer Lehrer und Priester, der sich um die Heiligung seiner selbst, aber auch aller anderen bemühen“ müsse. In diesem Sinn tritt Bischof Mixa vor allem für den Wert der sonntäglichen Eucharistiefeier ein. Die Mitfeier der heiligen Messe könne dazu beitragen, nicht in „materialistischer Diesseitigkeit“ unterzugehen, die letztlich keinen Frieden, keine Freiheit und kein Glück geben könne.

Einsatz für die Familien

Die Familien sieht Bischof Mixa bei der Weitergabe des Glaubens in einer zentralen Rolle: Nicht zuallererst durch bedeutende Predigten werde der Glaube weitergegeben, „sondern am Bettrand unserer Kinderbetten, in der Gemeinschaft des häuslichen Bereichs”, stellte er bereits in seinem ersten Hirtenwort als Eichstätter Bischof fest. Vor diesem Horizont führte er auch in seiner Diözese das Modell einer erweiterten Taufvorbereitung ein.

Zugleich appelliert Bischof Mixa immer wieder an die politisch Verantwortlichen, die Familie zu fördern und zu schützen. So bezeichnete er es in seinem jüngsten Hirtenwort als unerträglich, wenn in Politik und Gesellschaft führende Persönlichkeiten die eheliche Lebensgemeinschaft, die eine Familie begründet, untergeordnet behandeln und dadurch ins „Abseits“ schieben. Einer rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften gegenüber der Ehe erteilt Mixa eine klare Absage. Als konkrete Hilfe für schwangere Frauen und Mütter mit kleinen Kindern in Konfliktsituationen, aber auch für Menschen in verschiedenen Notlagen wurde in seiner Amtszeit das vom Eichstätter Diözesanrat initiierte Netzwerk Leben bistumsweit ausgebaut. Es verknüpft die qualifizierte Arbeit der Beratungsdienste mit ehrenamtlichem Engagement.

Förderung geistlicher Berufe


Am Montag nach dem Weißen Sonntag
sind traditionell die Erstkommunionkinder
beim Bischof eingeladen.
Den gelebten Glauben in der Familie sieht Bischof Mixa als zentralen Ausgangspunkt für geistliche Berufe. Zudem brauche es in den Gemeinden eine positive Atmosphäre, in der nicht jeder, der Priester werden wolle, als „exotischer Vogel einer aussterbenden Gattung” abgestempelt werde. Nötig sei auch ein selbstbewusstes Auftreten der Priester. Mit Optimismus verfolgt Mixa seine „Strategie” gegen den Priestermangel: „beten, die Gläubigen um Unterstützung bitten und junge Leute direkt ansprechen”. Mit jungen Menschen gerade auch über Berufe der Kirche ins Gespräch zu kommen ist für ihn ein ganz praktisches Anliegen. Der von ihm gegründete Interessentenkreis für geistliche Berufe erfreut sich großen Zuspruchs. In der Ökumene plädiert der Bischof für ein „mutiges und besonnenes Vorgehen”. Ehrliche Zusammenarbeit erfordere, dass Christen zentrale Punkte ihres Glaubens nicht verschweigen. Gerade auch als Militärbischof liegt Mixa ein verstärkter Dialog mit anderen Religionen, vor allem dem Islam, am Herzen. Entscheidende Voraussetzung sei, dass die Christen selbst als ernst zu nehmende Gesprächspartner aufträten, die wüssten, wo sie herkämen und wie sie ihre Zukunft gestalten könnten. Zugleich wendet sich Mixa gegen jeden „irrigen Toleranzbegriff“: Toleranz bedeute zwar, die religiöse Überzeugung anderer zu achten, aber niemals die Wahrheitssuche aufzugeben und „schon gar nicht die eigene begründete Überzeugung zu verleugnen“.

Für das Leben

Sich für den Schutz des Lebens und für den Wert von Ehe und Familie einzusetzen sind nach Auffassung von Bischof Mixa zentrale Aufgaben für die Christen heute. So warnt er immer wieder vor einer „Kultur des Todes“. Der Schutz des Lebens in allen seinen Phasen sei keine „katholische Ideologie“. Gerade wenn es um das Leben gehe, müssten sich Christen wieder mehr auf ihren gesellschaftskritischen Auftrag besinnen.

Katholische Universität

Engagiert setzte sich Walter Mixa als „Magnus Cancellarius“ für die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ein, die soeben ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Mit deutlichen Worten warb der Bischof auch bei seinen Amtsbrüdern um mehr Rückhalt für die einzige katholische Universität im deutschen Sprachraum. Die Hochschule sei „ein goldenes Pfund“, das die Kirche mit Blick auf die fortschreitende Säkularisierung nicht aus der Hand geben sollte.

Stationen seines Lebens

Walter Mixa wurde 1941 im oberschlesischen Königshütte geboren. Nach der Flucht aus der Heimat verbrachte er seine Jugend in Heidenheim an der Brenz. In Dillingen und Fribourg/Schweiz absolvierte er sein Studium der Philosophie und Theologie. 1970 wurde er von Bischof Dr. Josef Stimpfle zum Priester für die Diözese Augsburg geweiht. Während seines Promotionsstudiums war Mixa Assistent am Lehrstuhl für Dogmatik in Augsburg und zugleich Pfarrvikar der Pfarrei Weilach bei Schrobenhausen. Fast zeitgleich mit seiner Promotion wurde er 1975 zum Stadtpfarrer von Schrobenhausen und zum Regionaldekan der Bistumsregion Altbayern ernannt. Die Stadt Schrobenhausen dankte ihm mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. In seiner Schrobenhausener Zeit wirkte Walter Mixa zusätzlich als Religionslehrer und ab 1983 als Leiter der Priesterfortbildung im Bistum Augsburg. Am 24. Februar 1996 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eichstätt ernannt. Sein Wahlspruch lautet: „Jesus Hominis Salvator” – „Jesus, der Retter des Menschen”.

Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz gehört Mixa der Kommission für Ehe und Familie an und ist stellvertretender Vorsitzender der Kommission für liturgische Fragen. 1997 wurde er als ordentliches Mitglied in die „Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste“ gewählt. Im selben Jahr wurde der Eichstätter Bischof auch in den Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem aufgenommen. Am 14. Juli 2005 verlieh ihm Ministerpräsident Edmund Stoiber den Bayerischen Verdienstorden.

Auch als Buchautor hat sich Walter Mixa einen Namen gemacht. In seiner Amtszeit als Eichstätter Bischof erschienen fünf Bücher, darunter zwei Werke mit geistlichen Gedanken zu einem Leben aus dem Glauben, die in Zeiten der Verunsicherung Hoffnung und Mut machen wollen. Viel zitiert wird sein Buch „Priester für die Welt”, das im Gespräch mit dem Publizisten Norbert Matern entstand. Besonderen Anklang fand sein gemeinsam mit Kindern verfasstes Buch „Hallo Bischof, ich schreib dir was”. Mit seinem jüngsten Werk „Friede und Versöhnung im Zeichen des Kreuzes“ greift der Autor aktuelle Fragen und Diskussionen auf. Nah am Menschen ist der Bischof von Eichstätt und Katholische Militärbischof trotz seiner vielen Termine immer geblieben, auch wenn die Gelegenheiten, ihm beim Waldspaziergang mit der Dackeldame Iffy zu begegnen, rar geworden sind.

Sedisvakanz


Diözesanadministrator Weihbischof Josef Grünwald, Bischof Dr.
Walter Mixa, Weihbischof Dr.Dr. Anton Losinger (von links)
Entsprechend den Regelungen des Kirchenrechts hat der ernannte Bischof von seiner neuen Diözese innerhalb von zwei Monaten Besitz zu ergreifen. Ab diesem Zeitpunkt ist seine bisherige Diözese vakant. Bis dahin hat er in seiner bisherigen Diözese die Rechte und Pflichten eines Diözesanadministrators. Wenn Bischof Mixa in kanonischer Form von der Diözese Augsburg Besitz ergriffen hat, geht die Leitung der Diözese Eichstätt an das Domkapitel über. Innerhalb von acht Tagen muss es einen Diözesanadministrator wählen, der in der Zeit bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs (Sedisvakanz) die Diözese zwischenzeitlich zu leiten hat. Der Diözesanadministrator hat weitgehend die Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs. Allerdings bestimmt das kirchliche Gesetzbuch: „Während der Sedisvakanz darf nichts verändert werden“. Das betrifft beispielsweise die Ernennung von Pfarrern.

Auswirkungen ergeben sich auch für die beiden Aufgaben, die der Bischof von Eichstätt für die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt wahrnimmt: Mit Eintritt der Vakanz übernimmt der Diözesanadministrator die Funktion des Magnus Cancellarius; der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Katholische Universität wird vom Vorsitzenden der Konferenz der bayerischen Bischöfe bestellt.

Mit der Bekanntgabe der Versetzung des Bischofs erlischt gemäß den kirchenrechtlichen Vorschriften das Amt des Generalvikars. Dem Diözesanadministrator bleibt es überlassen, einen Ständigen Vertreter zu ernennen. Ebenso ist mit der Sedisvakanz die Amtszeit des Priesterrats und des Diözesanpastoralrats erloschen. Diese Aufgaben werden vom Domkapitel übernommen. Die übrigen Ämter in der Diözesankurie und die bestehenden Aufgabenverteilungen bleiben von der Vakanz des Bischöflichen Stuhls unberührt.

Nachfolgebestimmungen

Die näheren Einzelheiten zur Bestellung des Nachfolgers des versetzten Bischofs sind im Bayerischen Konkordat, das 1924 zwischen dem Heiligen Stuhl und Bayern geschlossen wurde, geregelt. Die bayerischen Bischöfe und Domkapitel sind gehalten, alle drei Jahre und bei Eintritt der Vakanz eine Liste geeigneter Bischofskandidaten nach Rom zu geben. Aus den in diesen Listen genannten Kandidaten behält sich der Apostolische Stuhl freie Auswahl vor. Vor der Veröffentlichung des päpstlichen Ernennungsschreibens versichert sich der Heilige Stuhl bei der Bayerischen Staatsregierung, dass gegen den Kandidaten keine politischen Einwände bestehen.
16.07.05
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