Volksfestplatz feiert Geburtstag

NEUMARKT. Wer hätte das gedacht, dass das ewig junge Juravolksfest auch in die Jahre kommt. Nicht nur der Rummel, den es seit 176 Jahren gibt, sondern auch sein Platz, der sich vor 25 Jahren an der Nahtstelle zwischen Neumarkt und Woffenbach etabliert hat. Ein Jubiläum mit großem Tam-Tam wird es wohl nicht werden, aber ein Erinnerungsdatum ist es allemal.


Nicht nur der Festplatz kommt in die Jahre. Auch das
Plakat, das alljährlich zum Juravolksfest einlädt, ist
nicht mehr das allerjüngste. Vielleicht wird es irgend-
wann einmal „geliftet“?
Die inzwischen volksfesterprobten Neumarkter kennen noch den alten Platz an der Ringstraße mit der stets katastrophal überfüllten, aber in ihrer Robustheit urigen Jurahalle mit dem anschließenden Katzengraben, an dessen „Ufern“ so mancher Festrausch endete.

Die Wurzeln des Volksfestes sind auf dem Pfleiderer-Werksgelände, seinerzeit der Rasen des Exerzierplatzes. Von 1906 bis 1943 war die Ringstraße als „Austragungsort“ auserkoren, wohin das Fest 1954 wieder zurückkehrte, nachdem es zwischen 1947 und 1952 auf dem Gelände der Papierfabrik ein kurzes Gastspiel gab.

Nach so viel Geschichte hin zum aktuellen Volksfest, dem in den Nachkriegsjahren der seinerzeitige Stadtrat und Redakteur Fritz Schmid die Vorsilbe „Jura“ verpasste: Es beginnt am 12. August um 18 Uhr mit einem Standkonzert vor dem Rathaus und endet am 22. August mit der traditionellen Fohlen- und Pferdeschau.

Dazwischen liegen zehn Tage voller Attraktionen, angefangen vom Bieranstich, letztmals ausgeführt von Alois Karl in seiner Funktion als Oberbürgermeister. Wer im nächsten Jahr den Schlegel schwingen wird, kann nach ein paar Maßen von der Lammsbrauerei zu vorgerückter Stunde ausgiebig diskutiert werden. Übrigens: der Liter Festbier kostet günstige 5,40 Euro, und dieser Preis gilt auch noch für die nächsten beiden Juravolksfeste.

Weiter geht’s am Sonntag mit dem herkömmlichen und immer wieder beliebten Festzug unter dem Leitgedanken „Neumarkt im Wandel der Zeit“ mit hundert Gruppen und einem Dutzend Blaskapellen. Die beiden Fest-Montage sind Feuerwerktage, und die Senioren lassen’s am Mittwoch, 17. August, ab 12 Uhr „krachen“.

Der Dienstag und der Freitag gehören den Kindern (aber nicht ausschließlich), und die Sportler zieht es an den Sonntagen an den Ring in der Jurahalle. Die Ringer und Boxer des ASV und der DJK Neumarkt sowie des SC Oberölsbach lassen ihre Muskeln spielen.

Und wer’s ganz „rund“ gehen lassen will, der kann sich an den Fahrgeschäften der Schausteller-Dynastie Hartmann-Wunderle vergnügen. In den Hallen legen sich nicht nur die Bedienungen ins Zeug, sondern hauen auch 25 Kapellen, davon 15 Blaskapellen und Showbands sowie zehn Gruppen für das jugendliche Publikum auf den Putz.

Um den sicheren Nachhauseweg braucht sich auch niemand zu sorgen: die „großen roten Taxi“ der Stadtwerke (Stadtbusse) bringen die Zecher sicher und bis nach Mitternacht gut nach Hause.

Bleibt nur noch auf ein Bilderbuch-Wetter zu hoffen. Aber wozu gibt’s denn das immer wieder strapazierte „Hoch Alois“, das auch diesmal seine Neumarkter und ihre Gäste nicht im Stich lassen wird.
Erich Zwick
22.07.05
Neumarkt: Volksfestplatz feiert Geburtstag
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