30 Prozent weniger Kartoffeln


Bei der bevorstehenden Ernte 2015 wird laut Burgis bei der heimischen Kartoffel mit mindestens 30 Prozent Minderertrag und teilweise eingeschränkten Qualitäten zu rechnen sein
Foto: Burgis
NEUMARKT. Der Klimawandel wirkt sich bei der regionalen Landwirtschaft erheblich auf die Erntesituation in diesem Jahr aus.

Landwirte in Bayern kämpfen mit extremen und für die jeweilige Region ungewohnten Witterungsverhältnissen. Bei der bevorstehenden Ernte 2015 wird bei der heimischen Kartoffel mit mindestens 30 Prozent Minderertrag und teilweise eingeschränkten Qualitäten zu rechnen sein, prognostiziert Kartoffelspezialist Burgis. Durch den damit auftretenden Rohwarenengpass ist eine "Preisanpassung" bei den Kartoffelspezialitäten sehr wahrscheinlich, um die Qualität liefern zu können.


Die ersten sieben Monate 2015 waren geprägt von einem milden Winter ohne Frost, lang anhaltenden Trockenphasen im Sommer, plötzlich auftretendem Starkregen sowie Gewittern mit Hagel in immer größerem Ausmaß. Die Kartoffel reagiert auf so extrem schwankende Klimabedingungen sehr sensibel, und daher ist die Situation bei Burgis und dessen Vertragsbauern angespannt.

Den Vertragspartnern stehen großen Herausforderungen für die Ernte und die nachfolgende Verarbeitung bevor. Das Ergebnis des Klimawandels zeigt sich bei der Kartoffelernte in diesem Jahr vermutlich so: Erwartet werden zwar viele Knollen, aber überdurchschnittlich viele kleine Kartoffeln, die extrem häufig mit tierischen Beschädigungen versetzt sind.

Besonders die frühen Sorten haben unter der Julihitze und der Trockenheit gelitten. Ein Minderertrag von 30 Prozent steht bereits zum jetzigen Zeitpunkt fest, und durch eine sehr frühe Ernte der Lagerkartoffeln werden höhere Lagerverluste erwartet. All diese Faktoren sorgen für eine Verknappung auf dem regionalen, aber auch nationalen Markt.

Hinzu kommt, dass im Vergleich zum Vorjahr bundesweit gut sechs Prozent weniger Anbaufläche bei Speisekartoffeln zu verzeichnen sind. Da die Trockenheit auch in anderen europäischen Ländern durchgeschlagen hat, ist zudem eine starke Nachfrage aus Osteuropa eingetreten. Natürlich haben die aktuellen Entwicklungen Auswirkungen auf den Rohstoffpreis.

„Als Kartoffelspezialist ist die Kartoffel unsere Kernkompetenz, und gemeinsam mit unseren 74 Vertragslandwirten werden wir die in diesem Jahr durch die extremen Klimabedingungen gestellten Herausforderungen meistern“, sagte Timo Burger von der Burgis-Geschäftsleitung. Wegen bereits durchgeführter Deckungskaufverträge, durch das eigenes Kartoffellager und ein schnelles Reagieren auf dem Rohwarenmarkt könne man die Kartoffelspezialitäten auch im Geschäftsjahr 2015/2016 in der bekannten Qualität ausschließlich aus regionalen Kartoffeln hergestellt liefern.

„In solchen Jahren und Situationen zahlen sich unser Rohstoffmanagement und die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Vertragslandwirten noch deutlicher aus", sagte Burger.
04.08.15
Neumarkt: 30 Prozent weniger Kartoffeln
Telefon Redaktion


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