Autobahnkreuz entlasten ?


Die Planungen zu einem dreispurigen Ausbaus der B 299 sind heftig umstritten. Unser Bild zeigt die Straße südlich von Neumarkt
Foto: Archiv/ Bauamt
NEUMARKT. Das Plädoyer des IHK-Gemiums zum dreispurigen Ausbau der B299 stößt bei der Bürgerinitiative erwartungsgemäß auf Widerspruch.

Die IHK hatte erklärt, dass der heftig umstrittene Ausbau „für einen sicheren und flüssigen Warenverkehr zur Autobahn sinnvoll und notwendig“ sei (wir berichteten). Doch der Verkehr fließe auch jetzt problemlos, hieß es von den Ausbau-Gegnern.

Aktuell und unabhängig von der momentanen Corona-Ausnahmesituation sei der reibungslose Verkehrsfluss auf der Westumfahrung von Neumarkt zu jeder Tages- und Nachtzeit sichergestellt, heißt es in einer Stellungnahme der Bürgerinitiative. Und auch zukünftig seien keine Anzeichen für eine Verschlechterung der Verkehrslage zu erkennen.

Zum tagtäglich ungehinderten Verkehrsfluss trage selbstverständlich auch bei, dass die bei Stauf temporär installierte Ampelanlage bereits vor Erscheinen der IHK-Stellungnahme plangemäß wieder entfernt wurde. „Dies scheint dem IHK-Gremium entgangen zu sein“, hieß es süffisant von den Ausbau-Gegnern.


Grundsätzlich sei man aber natürlich wie die IHK der Meinung, daß die Wirtschaft die bestens ausgebaute Infrastruktur nutzen kann und soll, um den Wirtschaftsstandort Neumarkt weiterhin zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern.

Doch der „autobahnähnliche Ausbau der B299“ verfolge eher „das große Ziel, das Autobahnkreuz Nürnberg-Ost und damit die Autobahnen A3 und A6 in Richtung Süden zur A9 zu entlasten“. Dieses Autobahnkreuz werde täglich von rund 141.000 Fahrzeugen genutzt. Davon entfielen rund 75.000 Fahrzeuge auf die südliche Fahrtrasse – davon rund 12.000 Lastwagen, was einem Anteil von rund 16 Prozent entspricht.

Durch den großflächigen Ausbau der B299 würde ein „Bypass“ geschaffen, der vor allem den Schwerlastverkehr von und nach Osten durch den Talkessel von Neumarkt lenken werde. , hieß es von der Bürgerinitiative.

Aus diesem Grund hätten sich bereits deutlich über 600 Unterstützer der Bürgerinitiative angeschlossen, „mit dem Ziel, eine natur- und bürgerverträgliche Ertüchtigung der B299 zu erreichen, unnötigen Durchgangsverkehr durch die Stadtteile zu minimieren und horrenden Flächenverbrauch zu verhindern“.

Es würden laufend weitere Unterstützer gesucht, um die lokale Politik und die planenden Behörden „zum Umdenken zu bewegen“, heißt es in der Stellungnahme. Interessenten können sich per Email melden.

Was die IHK in ihrer Stellungnahme allerdings verschweige, seien die äußerst umfangreichen Baumaßnahmen, die ein derart geplanter Straßenausbau mit sich bringe: „Abriss und größerer Neubau einer intakten Straßenbrücke, Errichtung eines zusätzlichen Brückenbauwerkes als Wirtschaftsweg, Errichtung einer Verbindungsrampe im Ort Stauf, Anlage zweier neuer Anbindungen bei Woffenbach, um nur die Aufwendigsten zu nennen“.

Auch die Bürgerinitiative sehe eine Verkehrslenkung durch das Kerngebiet der Stadt als problematisch und als nicht mehr zeitgemäß an. Deshalb wurde nach intensiver Planung eine Alternative ausgearbeitet, die die Ertüchtigung der Bundesstraße kreuzungsfrei und sicher, aber auch verträglich und schonend gestalten kann, hieß es.
02.06.20
Neumarkt: Autobahnkreuz entlasten ?
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