„Bekloppter Name“

NEUMARKT. Die Zukunft des „Hauses des Engagements“ ist unsicher - nicht das Millionen-Projekt des Pöllinger Bürgertreffs an sich, aber der Name.

In einer Kampfabstimmung vornehmlich zwischen den beiden großen Fraktionen CSU und UPW entschied sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend mit 20 gegen 16 Stimmen dafür, die Neumarkter zumindest beim Namen des Großprojekts in Pölling mitreden zu lassen. Damit setzte sich die CSU mit ihrem Antrag (wir berichteten) zu einer Bürgerbeteiligung bei der Namensfindung durch.

Als „gestelzt“ oder „zu künstlich“ wurde der Name des künftigen Pöllinger Bürgerhauses von Stadtrat Richard Graf (CSU) bezeichnet: „Und seien wir doch ehrlich: wir nennen es doch selber nicht so“. SPD-Stadträtin Ursula Plankermann fand den griffen Ausdruck „bekloppt“, was dem Oberbürgermeister sichtbar mißfiel. Als sich CSU-Fraktions-Chef Marco Gmelch den Ausführungen der SPD-Kollegin „anschließen“ wollte, unterbrach ihn OB Thumann säuerlich: „außer 'bekloppt', das möcht ich hier nicht mehr hören“.


Die UPW verteidigte den Namen tapfer, hatte aber schließlich keine Chance. Stadtrat und Nachhaltigkeitsreferent Sebastian Schauer (UPW) wies darauf hin, daß bei einer früheren Abstimmung im Stadtrat schließlich auch die CSU für den Namen gestimmt habe (wir berichteten) und daß man bei einer Namensänderung auch das ganze Konzept des Projekts auf den Prüfstand stellen müsse. Als kleines Entgegenkommen wollte man den Pöllingern aber zugestehen, daß man zum Beispiel in das Logo des „Hauses des Engagements“ zum Beispiel im Hintergrund die Silhouette des Pöllinger Schulhaus integrieren könnte.

Doch darauf wurde gar nicht mehr eingegangen. Ursula Plankermann fragte kopfschüttelnd, wieso man nochmals über das Konzept sprechen müsse, wenn man doch nur den Namen ändern will.

Eine unverbindliche Umfrage der CSU unter Pöllinger Haushalten habe gezeigt, daß der im Rathaus ersonnene Name überhaupt nicht gut ankommt. 450 Rückmeldungen habe es gegeben - und der Name „Haus des Engagements“ wurde kein einziges Mal genannt, wie Graf sagte.

Nun sollen die Bürger aufgerufen werden, Namensvorschläge für den Pöllinger Bürgertreff zu machen und schließlich auch darüber abzustimmen. Schließlich habe man zum Beispiel beim Schloßbad mit der Bürgerbeteiligung gute Erfahrungen gemacht. Klar ist aber auch: nicht allein die Pöllinger dürfen sich einen Namen für das Bürgerhaus aussuchen; vielmehr können natürlich alle Neumarkter an der Abstimmung teilnehmen.

Kleiner Fauxpas am Rande: schon zwei Tagesordnungspunkte vor der Kampfabstimmung um den Namen diskutierten die Stadträte über eine Solaranlage auf dem Dach des Pöllinger Großprojekts (sie wurde übrigens abgelehnt; Bericht hier) - und da war auf den riesengroß auf die Leinwand über dem Kopf des Oberbürgermeisters projizierten städtischen Planskizzen nicht vom „Haus des Engagements“, sondern durchgehend vom Pöllinger „Bürgertreff“ die Rede.
07.07.21
Neumarkt: „Bekloppter Name“
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