Kirchen

Bei Pfleiderer zu Gast


Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (Mitte) beim Rundgang durch die Pfleiderer-Werk


Personalvorstand Michael Ernst (rechts) begrüßte den hohen
Gast bei Pfleiderer.
NEUMARKT. Am zweiten Tag seines Besuchs im Dekanat Neumarkt (wir berichteten)war Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zu Gast im "Leb-mit-Laden" in Neumarkt und bei der Firma Pfleiderer.

Friedrich und eine Delegation des evangelischen Dekanats wurden von Personalvorstand Michael Ernst begrüßt. Ernst stellte das Unternehmen vor, das nach der Übernahme der Kunz-Gruppe zu einem "der großen Spieler auf dem deutschen Markt" geworden sei. In den Sparten Möbel- und Innenausbau sei Pfleiderer gar die Nummer 2 weltweit.

In Neumarkt seien rund 700 Mitarbeiter beschäftigt - davon je etwa zur Hälfte im gewerblichen und kaufmännischen Bereich. Insgesamt stehen weltweit zwischen 5000 und 6000 Menschen bei Pfleiderer in Brot.

Zusammen mit dem technischen Geschäftsführer Martin Rong und Holzwerkstoffe-Betriebsratsvorsitzenden und Aufsichtsratsmitglied Manfred Schmidt wurde den Besuchern dann der Ablauf der Spanplatten-Herstellung erläutert. Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste selbst ein Bild von den Arbeitsabläufen machen.
12.12.05

Landesbischof zu Gast


Ein feierliches Abendmahl als Höhepunkt des Jubiläumsgottesdienstes. Am Altar Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Dekan Dr. Wolfgang Bub, Pfarrer Peter Loos und Geistliche aus dem Dekanatsbezirk.
Fotos: Erich Zwick

"Lasset die Kindlein zu mir kommen...": Stadtrat Georg Jüttner
mit Enkeltochter Julia, zuerst etwas fotoscheu...,

...aber dann riskierte sie doch einen Blick auf den hohen kirchli-
chen Würdenträger zum Amusement des stolzen Opas.

Sabine Klein, die Mesnerin der Schlosskapelle in Woffenbach,
jetzt 39, war vor 27 Jahren Schülerin bei der Ehefrau des Lan-
desbischofs. Sie zeigte ihm ein Foto seiner Tochter Sonja Mag-
dalena im Kleinkindalter.

Im zwanglosen Gespräch beim Kirchenkaffee: Bürgermeister Ar-
nold Graf, MdL Herbert Fischer, Landrat Albert Löhner, MdB
Alois Karl und Bürgermeister Hans Bradl.

Begleitet von den "Kleinsten Kirchen der Welt", dem "ProChrist-
mobil", erschien der Landesbischof vor der Neumarkter Christus-
kirche. Pfarrer i.R. Herbert lädt hier Landtagsabgeordneten Her-
bert Fischer zu einer Testfahrt ein.
NEUMARKT. Aus der Predigt des Landesbischofs Dr. Johannes Friedrich aus Anlass des 150. Jubiläums der evangelischen Christuskirche: "Man hat den Oberbürgermeister und die Kommunalpolitiker, die Stadtverwaltung und die Repräsentanten des kulturellen Lebens keinen Kopf kürzer gemacht."

Bei solchen Worten aus dem Munde eines Gottesmannes hätten die Ehrengäste in den vordersten Kirchenbänken ganz schön zusammenzucken müssen, allen voran Oberbürgermeister a.D. und MdB Alois Karl, Bürgermeister Arnold Graf, Landrat Albert Löhner, Landtagsabgeordneter Herbert Fischer und Bürgermeister Hans Bradl; denn gesagt hat er's ja so, aber das Zitat ist (etwas hinterlistig) aus dem Zusammenhang gerissen.

Der Landesbischof hatte als Predigttext alttestamentliche Worte aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kap. 40, V. 1-8) gewählt, mit denen der Seher sein Volk Israel über einen verloren gegangenen Krieg tröstet, bei dem nahezu alle Häuser zerstört, die Intelligenzschicht, die Beamten und die Politiker von den Siegern aufgehängt und der Rest der Bevölkerung vertrieben wurde. Die Überlebenden, denen der Trost Jesajas galt, beklagten ihr Schicksal.

"Gott sei Dank! Wir stecken heute nicht im Schlamassel wie damals das Volk des Alten Bundes", spannte der Festprediger den Bogen von der Zeit vor unserer Zeitrechnung bis in die Gegenwart und ließ oben erwähntes Zitat folgen, das, im Zusammenhang gesprochen, einen Sinn ergibt. Die Kirchenbesucher in der ersten Reihe brauchten sich nicht als Büßer zu fühlen.

Obwohl das Jubiläum der Christuskirche am Sonntag in den "Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung" rückte, seien es oft ganz andere Dinge, die die Welt bewegen: "Eine Deutsche, die Hilfstransporte in den Irak begleitet hat und nun als Geisel genommen wurde, das Blitzeis vom letzten Wochenende, das den Orthopäden und Karosseriebauern viele Aufträge beschert hat, das fünfte Bambi für Franz Beckenbauer, der Tod des schottischen Fußballstars an Leberzirrhose, der trickreichste King-Kong der Filmgeschichte - so etwas bewegt die Welt", bilanzierte der Landesbischof und gab die Erklärung dazu: "Ist es das lüsterne Haschen nach Sensationen, die voyeuristische Lust an der Katastrophe? Ich glaube das nicht. In den Tragödien, die wir in den Nachrichten miterleben, erfährt der Mensch vielmehr die eigene unerwartete Zerstörbarkeit, seine Vergänglichkeit als erschreckende Wahrheit."

Es sei das, was der Prophet Jesaja so ausdrückte: "Der Mensch ist wie Gras, wie eine Blume auf dem Felde, das Gras verdörrt, die Blume verwelkt." Krieg und Zerstörung gehörten auch zur Erfahrung dieser Stadt wie ihre Geschichte. Rund ein Jahrhundert war Neumarkt evangelisch, meist lutherisch, zuweilen kalvinistisch, "was mit den wechselnden Launen der Landesherrschaft zusammenhing", blickte der Prediger zurück in die Geschichte. "Dann kam der Dreißigjährige Krieg, in dessen Folge es für die Oberpfalz zur Gegenreformation kam und wieder Papst und Kirchenlatein galten und die Reformation abgeschafft war. Das bedeutete den Sieg des Katholizismus und das Ersterben der evangelischen Gemeinde in Neumarkt. Aber aus dem Verbliebenen sei neues Leben erwachsen."

Dieses neue Leben erwachte vor 150 Jahren in der alten Kapuzinerkirche, die seit der Säkularisation nicht mehr kirchlich genutzt wurde, da es für die Katholiken genug andere nahe gelegene Gotteshäuser gab. So war man froh, das kostspielige alte Gemäuer loszukriegen - heutzutage ein Glücksfall für alle Seiten, verteidigte der Landesbischof so nebenbei die kürzlich in seiner Landeskirche vollzogene Schließung eines Gotteshauses.

"Dieses Gotteshaus ist nicht um seiner selbst willen gebaut und später von der evangelischen Gemeinde in Eigentum genommen worden, sondern es will uns zu Christus führen. Der Name ist Programm", gab Landesbischof Dr. Friedrich den Gläubigen mit auf den Weg.

Neben dem Landesbischof gestalteten Dekan Dr. Wolfgang Bub, Pfarrer Peter Loos, die evangelische Kantorei, der Posaunenchor und Dekanatskantorin Beatrice Höhn den Festgottesdienst aus. Im Anschluß daran pflegten geistliche und weltliche Amts- und Würdenträger bei einem "Kirchenkaffee" einen regen Gedankenaustausch.
Erich Zwick

11.12.05

"Friedenslicht" eingetroffen

NEUMARKT. Das "Friedenslicht aus Bethlehem" wurde von den Neumarkter Pfadfindern am Wochenende von Wien nach Neumarkt gebracht. Am Sonntag wurden damit die Kerzen am Adventskranz in der Hofkirche entzündet. Am Heiligen Abend kann das "Friedenslicht" jedermann mit nach Hause nehmen.

Am Sonntag findet um 18.30 Uhr in der Hofkirche wieder ein Versprechens-Gottesdienst der Neumarkter Georgspfadfinder statt. Zahlreiche Kinder werden ihr Stufenversprechen neu ablegen oder auffrischen und die neuen Gruppenleiter im Stamm "Pfalzgraf Johann" legen ihr Leiterversprechen ab.

Ein solches Versprechen hat bei den Pfadfindern eine alte Tradition: so soll es das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Gruppen stärken und symbolisch die Aufnahme in die Gemeinschaft unterstreichen. Mit dem Versprechen bestärkt jedes Mitglied seine Zugehörigkeit zur Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und erklärt, sich ihren Vorstellungen und Prinzipien, die auf das Pfadfindergesetz von Lord Robert Baden-Powell of Gilwell (1857 - 1941) zurückgehen, anzuschließen.

Noch ein weiteres Highlight bietet dieser aussergewöhnliche Adventsgottesdienst: Das "Friedenlicht aus Bethlehem" hat seine Premiere in Neumarkt. Jedes Jahr am heiligen Abend verteilt die DPSG vor der Hofkirche dieses Symbol des Friedens und der Hoffnung, so dass es sich jeder mit nach Hause zu seinen Familien nehmen kann.

Das Licht wird seit 15 Jahren am Ewigen Licht in der Geburtsgrotte in Bethlehem angezündet und anschließend von dort aus über die ganze Welt verteilt. Im Rahmen des Weltjugendtages in Köln wurde es z.B. auch von einem Mitglied der DPSG an Papst Benedikt XVI. überreicht.

Bereits am Samstag findet in der Leopoldskirche in Wien die "internationale Aussendungsfeier" statt, von wo aus das Friedenslicht von den Teilnehmern durch ganz Europa getragen wird. Eine Delegation des Neumarkter Stammes "Pfalzgraf Johann" nimmt ebenfalls teil, wird am Sonntag rechtzeitig zum Gottesdienst wieder in Neumarkt eintreffen und mit dem Licht auch die Kerzen am Adventskranz anzünden.

Am Heiligen Abend besteht dann für jedermann die Gelegenheit, mit dem Licht "ein wenig Hoffnung mit nach Hause zu nehmen", wie es von den Pfadfindern hieß.
10.12.05

Landesbischof zu Gast

NEUMARKT. Höhepunkt des 150jährigen Jubiläums der evangelischen Christuskirche ist der Besuch des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dr. Johannes Friedrich, München.

Im Festgottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr wird er die Predigt halten. Bei einem anschließenden Kirchenkaffee ist Gelegenheit mit dem Landesbischof ins Gespräch zu kommen.

Im weiteren Verlauf wird er in der evangelischen St. Georgskirche in Pyrbaum einen Kindergartengottesdienst mitfeiern. Daran schließt sich ein Empfang im Rathaus an. Nach einem Besuch des fast fertiggestellten evangelischen Gemeindezentrums in Allersberg wird er in Sulzbürg die Schlosskirche, eine typische Landl-Kirche im Markgrafenstil, besichtigen. Zum Abschluss des ersten Besuchstages nimmt Friedrich an einem meditativen Gottesdienst in der Friedenskirche in Dietfurt und anschließenden Empfang teil.

Am zweiten Tag im Dekanat lässt sich der Landesbischof in Kerkhofen über die Entstehung der Öko-Bauernhöfe im Landl informieren. Nach dem Besuch des Neumarkter „Leb-mit-Ladens“ ist eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Pfleiderer vorgesehen. Bei einem abschließenden Pressegespräch wird Friedrich über seine Eindrücke berichten und zu aktuellen Fragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche Stellung nehmen.

Begleitet wird der Landesbischof von Dekan Dr. Wolfgang Bub, Landessynodalen Gerhard Emmerling, Senior Pfarrer Peter Loos und Christa Gebhardt, Präsidiumsmitglied der Dekanatssynode.

Johannes Friedrich, Jahrgang 1948, wurde in Gadderbaum, Kreis Bielefeld geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Erlangen, wo er 1967 am Gymnasium Fridericianum das Abitur absolvierte. Evangelische Theologie studierte er an den Universitäten Erlangen und Tübingen. Von 1972 bis 1976 war Friedrich Assistent des Tübinger Lehrstuhlinhabers für Neues Testament, Professor Dr. Peter Stuhlmacher, bei dem er promovierte.

Nach dem Lehrvikariat in der Nürnberger St. Leonhardgemeinde und der Theologischen Anstellungsprüfung wurde Friedrich am 1977 zum geistlichen Amt ordiniert. In Nürnberg sammelte Friedrich erste Berufserfahrungen - zunächst als Pfarrer zur Anstellung an St. Leonhard, ab 1979 als Gemeindepfarrer an St. Egidien und zugleich als Studentenpfarrer. Von 1985 bis 1991 leitete Friedrich als Propst die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Jerusalem. 1991 kehrte Friedrich nach Nürnberg zurück und übernahm das Amt des Stadtdekans für den fast 200.000 Lutheraner zählenden Dekanatsbezirk.

Kirchenleitende Verantwortung übernahm Friedrich ab 1996 als Mitglied der Landessynode und des Landessynodalausschusses. Friedrich wirkte an zahlreichen Entscheidungen der Synode maßgeblich mit, so etwa bei der Zustimmung zur lutherisch-katholischen "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" oder beim Schwerpunktthema "Christen und Juden“.

1999 wurde Friedrich von der Landessynode zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Als geistliches Oberhaupt von rund 2,7 Millionen Lutheranern im Freistaat ist Friedrich der fünfte Landesbischof in Bayern.

Dr. Johannes Friedrich ist seit 1970 verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Seit März 2000 ist der bayerische Landesbischof Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Seit 2001 ist Friedrich Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

2003 wurde ihm vom bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber der Bayerischen Verdienstorden überreicht.

Im Oktober 2005 wurde er zum leitenden Bischof der VELKD gewählt und übt in Personalunion das Amt des Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) aus. Laut Kirchenverfassung ist der Landesbischof "ein Pfarrer, der in das kirchenleitende Amt für den Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche berufen ist."

Das Bischofsamt unterscheidet sich vom Amt eines Pfarrers oder einer Pfarrerin also nicht durch eine spezifische "Weihe" oder einen höheren geistlichen Rang, sondern durch besondere Aufgaben. Dazu zählt insbesondere, dass der Landesbischof auf die schrift- und bekenntnisgemäße Verkündigung und Sakramentsverwaltung in den Gemeinden achtet, das Gespräch mit den Mitarbeitenden pflegt, die Gemeinschaft und Zusammenarbeit in der Landeskirche fördert und den Kontakt zu anderen Kirchen vertieft. Der Landesbischof vertritt die Landeskirche in der Öffentlichkeit und hat als feste Predigtstätte die St. Matthäuskirche in München.
10.12.05


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang