Sternwarte Neumarkt

Wunderbare Schattenspiele

NEUMARKT. Am Freitag um 20.15 Uhr lässt Bernhard Krauss die Besucher der Sternwarte am möglicherweise "größten Naturschauspiel unter unserer Sonne" teilhaben.

Für viele begann am 11. August 1999 eine Infizierung der besonderen Art. Statt wie üblich den Infekt zu bekämpfen gaben Sie dem Bazillus sogar noch neue Nahrung. Wer am 11. August 1999 die totale Sonnenfinsternis wo auch immer mit eigenen Augen erlebt hat; wer in diesen Augenblicken von einem kalten Schauer übermannt wurde, der kann diese Art von Infizierung nur allzu gut nachvollziehen. Er will dieses grandiose Naturereignis noch einmal, noch bewusster miterleben.

Aus den Tiefen des Alls betrachtet, geben das kosmische Paar Erde-Mond ein wunderbares Gespann ab. Um einen gemeinsamen Schwerpunkt umkreisen sie sich und gemeinsam die Sonne. Aus Sicht der Erde zieht der Mond regelmäßig vor der Sonne vorbei, meist etwas oberhalb der Sonne oder unterhalb. In seltenen Fällen zieht der Mond exakt vor der Sonne vorbei und bringt den scheinbar unermesslichen Lebensstrom der Sonne kurzzeitig zum Stocken. Das direkte Sonnenlicht ist abgeblendet und unser Heimatstern präsentiert seine faszinierende Korona und seine ungezähmten Protuberanzen, die mehrere Hunderttausend Kilometer ins All hinausschlagen.

Zuletzt war dies am 3. Oktober 2005 über der ibererischen Halbinsel der Fall. Der Abstand Erde-Mond war zu diesem Ereignis etwas größer, als im Jahr 1999. Die Scheibe des Monds deckt hierbei die Sonne nicht zu 100 Prozent ab und ließ einen dünnen leuchtenden Ring zurück.

Am 29. März diesen Jahres findet erneut eine totale Sonnenfinsternis über dem Gebiet der Türkei statt. Bernhard Krauss berichtet über die Erlebnisse einiger Sternwartenmitglieder bei der ringförmigen Sonnenfinsternis im Oktober des letzten Jahres und bereitet die Zuhörer auf die kommende totale Sonnenfinsternis in diesem Monat vor.
16.03.06

Das dunkle Rätsel

NEUMARKT. Man nennt sie "Dunkle Materie", keiner weiß, um ihren Aufbau und ihre Zusammensetzung - nur eines steht fest - sie existiert. Hans-Werner Neumann führt am Freitag um 20.15 Uhr in der Sternwarte mit seinem Vortrag die Zuhörer in die Mysterien der "Dunklen Materie ein".

In einer klaren Sternennacht präsentieren sich unzählige Sterne wie leuchtende Stecknadelköpfe am pechschwarzen Himmel; aber sind die pechschwarzen Lücken zwischen den Sternen wirklich leer?

Vor über 20 Jahren entdeckte eine junge amerikanische Wissenschaftlerin, dass Sterne in rotierenden Galaxien scheinbar von einer unsichtbaren Kraft gehalten werden. Vera Rubin vermutete, dass der Raum zwischen den leuchtenden Himmelsobjekten mit unsichtbare Materie, der sogenannten "Dunklen Materie" gefüllt ist. Unbestimmt wie ein Joker, dennoch genau wie ein Puzzlestück in die Lücke passend, hat sich der Begriff "dunkle Materie" heute weltweit durchgesetzt. Inzwischen sind die Wissenschaftler davon überzeugt, dass 90 Prozent aller Materie im Universum unsichtbar ist.

Die Existenz und die Menge der "Dunklen Materie" bestimmt die Dichte des Alls und damit auch über das Schicksal des Universums. Je nach Umfang, dehnt sich das All für alle Zeiten aus, oder stürzt wieder in sich zusammen und verschlingt sich selbst.

Der größte Teil aller "Dunklen Materie" versteckt sich höchstwahrscheinlich in den erloschenen Überresten toter Sterne. Tatsächlich hat man in den äußeren Galaxienschalen solche "Dunkle Materie" nachweisen können, jedoch nicht in ausreichender Konzentration und Menge, um das Phänomen umfassend erklären zu können.

Einige Kandidaten für die "Dunkle Materie" wurden schon eingehend untersucht, wie z. B. das Neutrino, eine faszinierende Energiesalve, die beim radiaktiver Zerfall entsteht. Aber bislang konnte beim Neutrino keinerlei Masse und damit Gravitation festgestellt werden und muss demnach als Kandidat für die "Dunkle Materie" ausscheiden.
09.03.06

Himmlische Riesen

NEUMARKT. Am Freitagabend richten sich ab 19 Uhr die großen Augen der Sternwarten-Teleskope in den Sternen- und Planetenhimmel. Bei hoffentlich klarer Himmelssicht können sich Kinder und Junggebliebene vom winterlichen Nachthimmel faszinieren lassen.

Am winterlichen Sternenhimmel wimmelt es von Helden, Riesen und Tieren. Leicht ist jetzt der breitschultrige Himmelsriese Orion am südöstlichen Himmel auffindbar. Orion ist ein Himmelsjäger - zur rechten Seite streckt er sein großes Schild dem Stier entgegen - auf der linken Seite begleiten ihn der Kleine und der Große Hund bei seiner Jagd. Von seinem Gürtel hängt ein eigentümlich leuchtendes Schwert. Junge massiv strahlende Sterne lassen das umgebende galaktische Gas geheimnisvoll aufleuchten. Direkt vor den Füßen des Orion duckt sich der etwas unscheinbare Hase, und hofft der Jagd zu entkommen.

Im Südwesten betrachtet der Mond das bedrohliche Szenario. Das Licht der Sonne streift flach über die Grenzbereiche seiner Sichel und formt die unzählbaren Krater, Rillen und Wälle deutlich hervor. Im aktuellen Grenzgebiet befindet auch der Krater Theophilus dessen Zentralmassiv bei günstigem Licht das Bild einer "Treppe für Riesen" abgibt.

Höhepunkt des Abends dürfte das Erscheinen seiner Majestät Saturn sein. Mit seinem weit ausladenden Ring blickt Saturn wahrlich majestätisch auf unsere Erde hernieder. Die Bahnen von Erde und Saturn kommen sich zum Monatswechsel außerordentlich nahe, zusätzlich steigt der Ringplanet im Laufe der Nacht steil in unseren Nachthimmel. Ideale Bedingungen um mit dem "Herrn der tausend Ringe" in Tuchfühlung zu kommen. Dass Majestäten auch heftig rotieren können, zeigt Saturns mächtiger Leib, der durch die Fliehkräfte seiner Umdrehung auffällig nach außen gezerrt wird - kein Wunder daß Saturns Tag auch nur 10 Stunden dauert.
02.02.06

"Herr der Ringe"


Aus mehr als 300 Einzelaufnahmen haben die Mitarbeiter der
Sternwarte dieses Foto zusammengebastelt.
NEUMARKT. Die Volkssternwarte bietet am Freitag und in den kommenden Wochen die Möglichkeit zur Saturn-Beobachtung. Bis sich wieder eine ähnliche faszinierende Chance ergibt muß man bis zum November 2030 warten.

Der "Herr der tausend Ringe" kann in der Sternwarte am Freitag ab 20.15 Uhr, am Samstag ab 20 Uhr und an den folgenden Freitagen beobachtet werden.

Saturn ist mit seinem Ringsystem wohl der faszinierendste Planet in unserer kosmischen Nachbarschaft. Weder Text noch Bild können die Faszination vermitteln, welche der Planet ausstrahlt, wenn man ihn mit eigenen Augen betrachten darf, heißt es von der Sternwarte. Ende Januar, Anfang Februar meint es der gestirnte Himmel besonders gut mit uns. Astronomisch bietet der Ringplanet Sichtbedingungen, die erst im November 2030 wieder erreicht werden.

1610 richtete Galilei sein eher dürftiges Teleskop auf Saturn und vermutete im sonderbaren Erscheinen des Planeten drei nebeneinander schwebende Kugeln. Der niederländische Physiker und Astronom Christian Huygens entdeckte 1656 erstmalig die Ringgestalt des Planeten. 39 Jahre später registrierte der erste Direktor der Pariser Sternwarte Giovanni Domenico Cassini eine feine dunkle Linie auf dem Saturnring, die seit dieser Zeit seinen Namen trägt. Heute weiß man, dass sein Ringsystem aus Hunderten von Einzelringen besteht, was ihm den Beinamen "Herr der tausend Ringe" eingebracht hat.

Vom Segen einer Opposition

Wie alle Planeten, so kreisen auch Erde und Saturn auf elliptischen Bahnen um die Sonne. Befinden sich Sonne, Erde und Saturn auf einer Achse, so bezeichnet man diese Konstellation als "Opposition". In der Nacht vom Freitag auf den Samstag befinden sich Erde und Saturn exakt in dieser Oppositionsstellung - der Abstand beider Planeten beträgt "nur noch 1.216 Millionen Kilometer".

Das Licht des Ringplaneten benötigt eine Stunde und acht Minuten, um unsere Augen zu erreichen. Für all diejenigen, die den Kilometerstand ihres Fahrzeugs im Auge behalten, ist dies eine unvorstellbare Entfernung. Dennoch wird Saturn in den Okularen außergewöhnlich groß und damit auch detailreich erscheinen. Die Bahnen der Planeten verlaufen elliptisch, damit variiert auch der Abstand der Planeten von Opposition zu Opposition. Erst am 27. November 2030 wird Saturn der Erde näher sein, als in diesem Jahr.

Ein geringer Abstand zu unserer Erde würde bei der Beobachtung wenig nutzen, wenn sich Saturn nahe dem Horizont aufhielte. 1.216 Millionen Kilometer würde das Licht des Saturns das All ohne Qualitätsverlust durchdringen, um auf den letzten Kilometern massiv an Farbe und Brillanz zu verlieren. Die horizontnahe Atmosphäre wirkt ähnlich einer schlechten Linse, die den Betrachtungsgegenstand diffus und farbverschoben darstellt.

Auch hier hat sich Saturn im wahrsten Sinne des Wortes gut aufgestellt, wenn er kurz nach Mitternacht seine maximale Höhe von 60 Grad erreicht. Bei aller Gunst des fernen Himmels fehlt nur, dass der nahe Himmel mitspielt und keine Wolken das Himmelsschauspiel vermiesen.

Die Summe macht es

Die gezeigte Abbildung des prächtigen Planeten wurde von Mitgliedern der Sternwarte mit einer handelsüblichen Webcam in Bits and Bytes gebannt. In einem ausgeklügelten elektronischen Verfahren wurden aus etwa 500 Einzelaufnahmen nur die besten 300 verwendet. Die ausgewählten wurden elektronisch perfekt justiert und in einem komplexen Verfahren addiert, um Kontrast und Helligkeit zu optimieren. Auch wenn die Sichtbedingungen noch nicht den Oppositionsbedingungen entsprachen, zeigt das Bild bereits schöne Strukturen der Saturnoberfläche und des Ringsystems.
25.01.06


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang