Weniger Straftaten


Die Kriminalitätsbelastung ging deutlich zurück
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NEUMARKT. Auch im südlichen und östlichen Teil des Landkreises Neumarkt ist im letzten Jahr die Zahl der Straftaten deutlich zurückgegangen.

Das sagte der Chef der Parsberger Polizei, Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter, am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalitäts-Statistik.

Am sichersten lebt man in Breitenbrunn: dort gab es statistisch nicht einmal eine Straftat pro 100 Einwohner.

Im letzten Jahr sank die Zahl der Straftaten in den von der Parsberger Polizei betreuten Gemeinden Breitenbrunn, Dietfurt, Hohenfels, Lupburg, Parsberg, Seubersdorf und Velburg von 644 auf 562; das sind 82 Fälle oder 12,7 Prozent weniger und bedeutet den niedrigsten Wert seit zehn Jahren, sagte Gotteswinter.

Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote im Jahr 2017 auf überdurchschnittliche 72,2 Prozent an. Ein Jahr davor lag sie noch bei 67,7 Prozent.

Die Kriminalitätsbelastungsziffer oder Häufigkeitszahl sank damit von 1858 auf 1664. Damit wird die Zahl der Delikte pro 100.000 Einwohner angegeben. Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt im Jahre 2017 bei 2696 ( Vorjahr: 2769), im Bereich des Regierungsbezirks Oberpfalz bei 4040 (4145) und bayernweit bei 4533 (4785).


Zu den geklärten 405 Delikten wurden 378 (394) Tatverdächtige ermittelt, wovon 201 Personen (also mehr als die Hälfte) bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind.

Insgesamt 57 (60) Tatverdächtige, also 14,1 Prozent (13,8) standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Im Bereich der Rohheitsdelikte waren dies 37,7 Prozent (36,4), bei den reinen Körperverletzungsdelikten 40 Prozent (34,9) und bei den Delikten der Straßenkriminalität 23,1 Prozent (16,7). 34 Tatverdächtige, das sind 8,4 Prozent (5,7), standen bei der Tatausführung unter Drogeneinfluss.

Der Bereich der Diebstahlskriminalität mit 154 Fällen (191) umfasst mit 27,4 Prozent (29,7) den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität und verzeichnete dabei insgesamt einen erkennbaren Rückgang um 19,4 Prozent (- 37 Fälle).

Beim „Problemfeld Wohnungseinbruch-Delikte“ trat wie auch im Gesamt-Landkreis (neumarktonline berichtete) eine deutliche Beruhigung der Situation ein. Auch im Bereich der Parsberger Polizei hat sich die Zahl der Wohnungseinbruchdelikte etwa halbiert und weist einen Rückgang von 25 auf 12 Fälle aus. Da es sich bei den Wohnungseinbrüchen um direkte, schwerwiegende Eingriffe in die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger handelt, die entsprechende monetäre aber vor allem auch psychologische Auswirkungen haben, liegt hier ein Schwerpunkt der örtlichen Polizeiarbeit, hieß es.

Der Bereich der Ladendiebstähle weist einen Anstieg um 61,9 Prozent auf 34 (21) Fälle auf, was allerdings nichts über die tatsächliche Situation und das wohl riesige Dunkelfeld aussagt - und nach Polizeieinschätzung insbesondere vom Einsatz der Ladendetektive abhängt.

Fahrraddiebstähle im gesamten Dienstbereich sind im letzten Jahr um einen auf fünf Fälle zurückgegangen.

Auch bei Sachbeschädigungsdelikte, Hausfriedensbruch, Beleidigung, aber auch Umweltschutzdelikten oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gibt es einen Rückgang um 24,8 Prozent auf 121 Fälle.

Der Sektor der Vermögens- und Fälschungsdelikte zeigt sich dagegen mit 115 Fällen und einem Anteil von 20,5 Prozent (17,1 Prozent) an der Gesamtkriminalität um fünf Fälle leicht zunehmend. Diese Gruppe wird mit einem Anteil von 87,1 Prozent von den Betrugsdelikten dominiert, deren Anzahl auf 85 Fälle (93) sank. Delikte der Internetkriminalität bewegen sich dabei auf einem in etwa gleichbleibenden Wert. Einen stark steigenden Wert zeigen die „Tankbetrügereien“ mit 24 (13) Fällen.

Der Bereich der Körperverletzungsdelikte, Nötigung, Bedrohung oder Stalking bewegt sich etwa auf dem Niveau des Vorjahres mit einer Gesamtzahl von 112 Delikten auf Rang 4 der Straftatenbereiche. Fälle von Körperverletzungen häufen sich insbesondere im Zusammenhang mit Veranstaltungen wie Rocknächten, Faschingstreiben und Disko-Betrieb, aber auch im häuslichen Bereich.

Mit einem geringfügigen Rückgang der Zahlenwerte des Vorjahres von 71 Delikten auf 60 Vorfälle nimmt der Bereich der Straßenkriminalität - Diebstähle, Körperverletzungs- und Sachbeschädigungstaten aller Art, die ausschließlich oder überwiegend im öffentlichen Raum begangen werden - Rang 5 an der Gesamtkriminalität ein. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 23,3 Prozent (25,4 Prozent).

Der Sektor der Gewaltkriminalität - dazu zählen Tötungsdelikte, Raub, schwere Sexualstraftaten, aber auch gefährliche und schwere Körperverletzung - weist mit einen Anteil von 3,6 Prozent an der Gesamtkriminalität und 20 Delikten (25) eine rückläufige Tendenz auf. Hier wurden 90 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Bei der „Häuslichen Gewalt“ gibt es mit 21 (27) Delikten einen leicht rückläufigen Wert. Hier fließen auch die aktenkundig gewordenen drei Vorfälle im Bereich der US-Streitkräfte mit ein.

Bei der Rauschgiftkriminalität ist mit 27 Delikten (34) eine fallende Tendenz zu erkennen, wobei es sich hier natürlich weitgehend um Kontrolldelikte handelt. Die Aufklärungsquote beträgt logischerweise 100 Prozent.

Die Anzahl von Delikten gegen Polizeibeamte, wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Angriff nahm mit sieben (3) erheblich zu. Drei Beamte wurden dabei leicht verletzt.

Eine "Straftat gegen das Leben" wurde im Zuständigkeitsbereich der Parsberger Polizei im Jahr 2017 aufgeführt. Allerdings handelt es sich dabei um eine statistische Besonderheit: Weil die Attacke mit einer brennbaren Flüssigkeit auf einen Nachbarn in Batzhausen im Januar 2016 (wir berichteten vielfach) erst im Jahr 2017 von der Staatsanwaltschaft als abgeschlossen betrachtet wurde, tauchte die Tat noch in der Statistik auf.

Die Anzahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg auf 13 (10) Fälle.

An politisch motivierter Kriminalität wurden 5 (4) relevante Delikte geringerer Intensität aktenkundig. Unbekannte hatten unabhängig voneinander in unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten rechtsgerichtete Schmierereien oder Aufkleber angebracht. Ein junger Mann skandierte bei einer Faschingsveranstaltung im Alkoholrausch „Sieg Heil“. Das Amtsgericht Neumarkt quittierte dies bereits mit einer empfindlichen Geldstrafe.

Und so "gefährlich" lebt es sich in den einzelnen Gemeinden (Die "Häufigkeitsziffer" zeigt hier jeweils Straftaten pro 1000 Einwohner):

Gemeinden Delikte 2016 Häufigkeitsziffer 2016 Delikte 2017 Häufigkeitsziffer 2017
Breitenbrunn 29 8 18 5
Dietfurt 146 24 105 17
Hohenfels 45 21 40 18
Lupburg 27 11 39 16
Parsberg 253 37 210 30
Seubersdorf 63 12 68 13
Velburg 81 15 82 15


Für die ländliche Gemeinde Hohenfels schlagen die Delikte mit Bezug zum Truppenübungsplatz Hohenfels zu Buche. Dies führt zu einer überraschenden Häufigkeitsziffer, da US-Soldaten und ihre Angehörigen nicht dem Melderecht unterliegen und so die Gesamtstraftatenanzahl den Hohenfelser Gemeindebürgern zugerechnet wird.
05.04.18
Neumarkt: Weniger Straftaten

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