Bund Naturschutz Neumarkt

"Alternativen prüfen"

NEUMARKT. Der Bund Naturschutz hält die nachgebesserten Antragsunterlagen der Stadt Neumarkt zum Hallerbrunnen für unzureichend.

Die Stadt Neumarkt bleibe weiterhin viele Antworten schuldig und ignoriert naturschonendere Alternativen, heißt es in einer Presse-Mitteilung von BN-Landesbeauftragtem Richard Mergner. Die Stadt Neumarkt wolle im Lauterachtal eine Million Kubikmeter Wasser gegen den Widerstand vieler Betroffener aus dem Hallerbrunnen entnehmen.

Wegen unzureichender Antragsunterlagen habe das Landratsamt Neumarkt im laufenden Genehmigungsverfahren von der Stadt Neumarkt umfangreiche Nachbesserungen gefordert. Die von der Stadt vor kurzem vorgelegten Unterlagen ließen aber nach wie vor viele Fragen offen, heißt es vom BN. Gleichzeitig würden sich die Hinweise verdichten, dass der Wasserbedarf der Stadt anderweitig problemlos gedeckt werden könnte.

Der Bund Naturschutz ist deshalb der Auffassung, dass damit die Voraussetzungen zur Erteilung einer amtlichen Genehmigung auch weiterhin nicht erfüllt sind. Er forderte die Stadt Neumarkt auf, umgehend aussagekräftige Antragsunterlagen nachzuliefern und dabei auch andere naturschonendere Alternativen und die Angebote anderer Wasserversorger gleichberechtigt zu prüfen.

Um gut 13 Prozent sei der Wasserverbrauch der Stadt Neumarkt in den letzten Jahren gesunken. Trotzdem wolle sie im Lauterachtal aus dem Hallerbrunnen rund eine Million Kubikmeter Wasser zusätzlich entnehmen.

Wegen unkalkulierbarer Risiken und naturschonenderer Alternativen wehren sich dagegen schon von Anfang an die betroffenen Gemeinden ebenso wie Fischereiberechtigte, Kraftwerksbetreiber und "viele heimatliebende Bürger", wie der Bund Naturschutz in der Presse-Mitteilung schreibt.

Auf einer gut besuchten Podiumsdiskussion sei schon im letzten Jahr überdeutlich geworden, dass "zahlreiche Menschen im Lauterachtal eine dauerhafte Absenkung des Flusspegels, eine gravierende Erhöhung der Wassertemperatur, negative Veränderungen bei Fauna und Flora, aber auch Einbußen bei der Lebensqualität und der touristischen Attraktivität ihrer Heimat befürchten". Zudem handele es sich bei der Lauterach um eines der wenigen noch intakten Fließgewässer in Bayern - sie sei nicht zuletzt deshalb auch als FFH-Gebiet gemeldet worden.

Im Genehmigungsverfahren, insbesondere aber beim Anhörungstermin im Oktober letzten Jahres habe sich deutlich gezeigt, dass die Antragsunterlagen der Stadt Neumarkt in zahlreichen zentralen Punkten "völlig ungenügend" seien und somit die Auswirkungen und Risiken dieser "überdimensionierten Wasserentnahme auch nicht ansatzweise abgeschätzt werden können".

Die Stadt Neumarkt wurde deshalb vom Landratsamt als Genehmigungsbehörde im Februar aufgefordert, die Antragsunterlagen in insgesamt 24 zentralen Punkten zu überarbeiten oder zu ergänzen.

Gefordert wurden Ergänzungen bei der Bedarfsprognose, bei den Abschätzungen der Auswirkungen auf das Bachwasser der Lauterach, auf ihre Ökologie und die angrenzenden Feuchtwiesen, auf die Fischteichanlagen und auf die Wasserversorgung der Pettendorfer Gruppe.

Für den Bund Naturschutz (BN) ist es völlig unverständlich, dass die Stadt Neumarkt dieser Aufforderung "bis heute nur äußerst unzureichend nachgekommen ist".

Eine fachgutachterliche Überprüfung der vor kurzem vorgelegten Unterlagen durch das Geowissenschaftliche Büro Dr. Heimbucher (Nürnberg) habe deutlich gezeigt, dass die geforderten Nachbesserungen gerade einmal bei der Hälfte der relevanten Punkte erfolgt und selbst dort die Ergänzungen im wesentlichen nur auf den alten Informationsgrundlagen vorgenommen worden seien. Unzweifelhaft gehe jedoch aus den ergänzenden Unterlagen hervor, dass das von der Stadt Neumarkt benötigte Wasser kurz- wie auch mittelfristig ohne Probleme anderweitig bezogen werden könnte (z.B. von der REWAG). In den Augen des BN sei dies der beste Beweis dafür, dass die Stadt Neumarkt auf die risikoträchtige Ausbeutung des Hallerbrunnens keineswegs angewiesen sei und es damit letztendlich keine Rechtfertigung mehr für die damit verbundenen Eingriffe in das Lauterachtal gäbe.

Nach Auffassung des BN fehlen damit auch weiterhin zentrale Voraussetzungen für die Erteilung der von der Stadt Neumarkt beim Landratsamt Neumarkt beantragten Genehmigung zur Wasserentnahme im Lauterachtal.

Der BN fordert in der Presse-Mitteilung die Stadt Neumarkt auf, umgehend qualifizierte Antragsunterlagen vorzulegen, die eine umfassende Beurteilung der Risiken und Auswirkungen der geplanten Wasserentnahme aus dem Hallerbrunnen ermöglichen und dabei auch andere, natur- und umweltschonendere Alternativen gleichberechtigt zu prüfen.

Ein risikoträchtiger Eingriff dieser Größenordnung in den Hallerbrunnen sei nach Auffassung des BN so lange nicht zu vertreten, solange seine Folgen nicht umfassend abgeschätzt werden könnten und es dazu bessere Alternativen gäbe. Der unmissverständlichen Forderung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Erhaltung eines guten Zustandes für alle Fließgewässer dürfe sich die Stadt Neumarkt auch im Lauterachtal nicht entziehen.
11.08.05

Auf Entdeckungstour

NEUMARKT. Nach einem Vortrag über heimische Orchideen war das Interesse so groß, daß der Bund Naturschutz eine Entdeckungstour veranstaltet.

Nachdem Förster Christian Wolf bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Neumarkt beim Bund Naturschutz letzten Freitag die Anwesenden mit seinem Lichtbildervortrag über "Orchideen in heimischen Wäldern" begeistert hat, begleitet er nun am Freitag alle interessierten Naturliebhaber auf einer naturkundlichen Wanderung ins Lengenbachtal.

Orchideen sind nicht nur für Kenner immer wieder ein Erlebnis. Man muss ein offenes Auge dafür haben, um die oft unscheinbaren Pflanzen an Stellen zu entdecken, wo man vielleicht gar nicht damit rechnet. Die verschiedenen Orchideenarten kommen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor, so dass nicht ausgeschlossen ist, dass neben den sonst oft verborgenen Schönheiten, eventuell auch die eine oder andere Orchidee auf der Wanderung anzutreffen sein wird.

Nachdem Christian Wolf als einer der besten Kenner der Orchideen in der Heimat gilt und im Diavortrag die Vielfältigkeit der Pflanzen durch das Makroobjektiv gezeigt hat, wurde bei vielen die Lust auf eine Begegnung mit diesen Kostbarkeiten "live" in der Natur geweckt.

Nicht nur Mitglieder, sondern auch Gäste sind bei dieser abendlichen Wanderung willkommen. Start ist am Freitag, 22. Juli um 18 Uhr am Wanderparkplatz beim Eingang zum Lengnbachtal bei Helena.
20.07.05

Naturschützer messen selbst

NEUMARKT. Der Bund Naturschutz will jetzt die Mobilfunkstrahlen an mehreren Punkten im Landkreis selbst messen.

Dazu trifft man sich am Freitag um 18 Uhr am alten Aldi-Parkplatz an der Dammstraße zur ersten Messung. In Fahrgemeinschaften geht es dann weiter nach Pilsach, wo weitere Messungen durchgeführt werden. Anschließend ist im Gasthof „Zum Schloss“ in Pilsach ein Vortrag des Umweltmesstechnikers Walter Friedel und eine Fragerunde geplant.

Die Veranstaltung des Bund Naturschutz soll ein Beitrag sein, in der Bemühung etwas Transparenz in das umstrittene Thema Mobilfunk zu bringen, soll jedem Bürger die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild zu machen, Fragen zu stellen, sich eine Meinung zu bilden, heißt es in der Einladung zu der Veranstaltung. Zu oft werde das Schlagwort „Mobilfunkgegner“ unberechtigter Weise verwendet, wenn Bürger zu Recht Interesse daran zeitgen, Zusammenhänge zu hinterfragen, hieß es. Bei der geplanten Veranstaltung gehe es auch nicht darum, einen bestimmten Sender oder Betreiber an den Pranger zu stellen, sondern um eine offene und ehrliche Diskussion.

Allen dürfte klar sein, dass das Zeitalter des mobilen Telefonierens nicht gestoppt oder zurückgedreht werden könne. Trotzdem sollte es möglich sein, technischen Fortschritt so zu nutzen, dass die Gesundheit von Mensch und auch von Tieren nicht aufs Spiel gesetzt wird, hieß es vom BN. Hier gelte es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Wer einen möglichst schonenden und gesunden Einsatz der Technik fordere, sei kein Gegner.

Bedenklich sei es, dass von der Wirtschaft im eigenen Interesse insbesondere Jugendlichen suggeriert wird, es wäre !schick und unerlässlich ein Handy zu besitzen, das SMSt, fotografiert, filmt, fern sieht, spielt und das alles möglichst im Dauerbetrieb". Telefonieren werde zur Nebensache. Beim Kauf eines Handys oder eines schnurlosen Telefons werde nicht erwähnt, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirken könne, mit welchen langfristigen Schäden man unter Umständen in Zukunft zu rechnen habe.

Von den Mobilfunkbetreibern werde beharrlich behauptet, es wäre "alles im grünen Bereich", solange die Grenzwerte eingehalten werden. In Deutschland sei es allerdings kein großes Problem, im Rahmen der Grenzwerte zu senden, da diese "extrem großzügig bemessen sind und sich nicht an Kriterien der Gesundheitsvorsorge orientieren, sondern einen politischen Hintergrund haben". Die Regierung habe für teures Geld UMTS-Lizenzen verkauft. So sei es klar, dass die Politik den Betreibern nicht durch niedrige Grenzwerte im Nachhinein ein Bein stellen dürfe.

Bei der geplanten Messung im Rahmen der Veranstaltung des Bund Naturschutz am Freitag gehe es nicht um die Grenzwertdiskussion als solche. In der Diskussion des Abends soll es zum einen darum gehen, wie jeder Einzelne auf die Politik und Wirtschaft einwirken und mit mehr oder weniger sanftem Druck durch sein Verhalten mitbestimmen könne. Ein weiteres Thema sei, welche Möglichkeiten es gäbe, sich vor Strahlen zu schützen, und wie man selbst Vorsorge betreiben könne.
05.07.05

ADFC und BN radeln

NEUMARKT. Am Sonntag veranstaltet der ADFC-Kreisverband Neumarkt seine jährliche Gemeinschafts-Radtour mit dem Bund Naturschutz-Kreisverband Neumarkt.

Die Fahrt führt zwischen den Zeugenbergen im Südwesten von Neumarkt nach Freystadt und von dort über den Neuen Kanal zu den Biotop-Grundstücken des Bund Naturschutz (BN) an der renaturierten Schwarzach. Dort findet eine naturkundliche Führung statt.

Nach einem Abstecher zum Kauerlacher Weiher radelt man nach Sulzkirchen zur Mittagspause und Brotzeit. Bei der Rückkehr nach Neumarkt umrundet man den Sulzbürg zuerst entlang des Neuen Kanals und dann auf den Wegen der Zeugenberge-Tour. Die Radtour enthält nur wenige, moderate Steigungen. Die Rückkehr nach Neumarkt ist nach insgesamt 60 Kilometern gegen 16 Uhr geplant.

Die Tour dauert inklusive Pausen etwa sechs bis sieben Stunden. Treffpunkt ist um 10 Uhr wie immer am Schauturm im LGS-Gelände. Es wird für Nichtmitglieder ein Beitrag von 2,50 Euro erhoben.

Weitere Informationen bei den Tourenleitern:
Robert Lasser 09181/6264
Ludwig Zeberl 09181/41251
24.06.05


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ISSN 1614-2853
18. Jahrgang