Grüne

"Zeichen gegen Tierquälerei"

NEUMARKT. Die Grünen im Kreistag wollen ein Zeichen gegen die erneute Aufschiebung des Verbotes der betäubungslosen Kastration von Ferkeln setzen.

Sie haben für die nächste Kreistagssitzung darum gebeten, für die gesamte Fraktion der Grünen ein "fleischloses Gericht" bereitzuhalten. Traditionell gibt es bei der letzten Sitzung des Jahres nach dem offiziellen Teil ein gemeinsames Essen.

Aus dem seit 2002 im Grundgesetz stehenden Tierschutz gehe hervor, dass es verboten ist, einem Tier ohne einen vernünftigen Grund Leid zuzufügen oder es zu töten.


Leider habe sich, so Kreisrat Markus Reischl, die Bundesregierung von der mächtigen Lobby der Fleischindustrie beeindrucken lassen. Das Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln wurde um weitere zwei Jahre verschoben, nachdem die letzten fünf Jahre nicht genutzt wurden.

Laut dem Fraktionsvorsitzenden Dr. Roland Schlusche gäbe es mittlerweile genug geeignete Möglichkeiten, die Geschlechtsreife der Ferkel ohne Schmerzen zu verhindern. Kreisrat Erwin Ehemann bedauert, dass für die Produktion von Billig-Fleisch in Massentierhaltung mit möglichst wenig Aufwand der Tierschutz in Deutschland "ein weiteres Mal Opfer der Geldgier der großen Fleischkonzerne" geworden sei. Die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung stelle eine außerordentliche Tierquälerei dar und dürfe so nicht hingenommen werden, sagte Kreisrätin Christel Neufert.

Der Landkreis könnte Vorbild sein und nur Fleisch in den kreiseigenen Einrichtungen verwenden, das unter einwandfreien Tierschutzkriterien erzeugt wurde, sagte Stadt- und Kreisrätin Johanna Stehrenberg. Bis es soweit ist, sollte man am besten ganz auf Schweinefleisch verzichten.

Stadt- und Kreisrätin Sigrid Steinbauer-Erler zitiert in diesem Zusammenhang Mahatma Gandhi, der einmal bemerkte, dass "die Größe einer Nation und ihr moralischer Fortschritt danach beurteilt werden können, wie sie ihre Tiere behandelt".
14.12.18

"Nur zurückgestellt".

NEUMARKT. Die geplante Autobahnausfahrt bei Traunfeld ist offenbar noch nicht "tot". Das höchst umstrittene Projekt sei "nur zurückgestellt".

Das ließ das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur auf eine Anfrage des Oberpfälzer Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt zum Stand der Planungen mitteilen. Die geplante Anschlussstelle werde "vor Ort kontrovers diskutiert", heißt es in dem Schreiben, das neumarktonline vorliegt. Die Projektplanung sei jedoch nur zurückgestellt.

MdB Stefan Schmidt und Dr. Roland Schlusche, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Neumarkter Kreistag, forderten in einer Stellungnahme "Klarheit für die Bürger".


Im Sommer sei verkündet worden , dass es keine Autobahnausfahrt Traunfeld geben wird, heißt es von den Grünen-Politikern. Nun stelle sich heraus: die Planungen seien tatsächlich nur aufgeschoben. Es dürfe nicht noch einmal passieren, daß ohne Zutun der Bürger mit der Planung begonnen werde.

Schmidt und Schlusche forderten, "dass klargemacht wird: die Planungen für die Autobahnausfahrt Traunfeld sind begraben".

In einem Schreiben an die Landräte der Landkreise Nürnberg-Land und Neumarkt, Armin Kroder und Willbald Gailler, habe man deutlich gemacht, "dass es hier um die Glaubwürdigkeit politischer Akteure geht, aber auch um Kosteneffizienz in der Verwaltung. Wenn niemand vor Ort eine Anschlussstelle bei Traunfeld will, dann muss auch niemand im Ministerium oder der Autobahndirektion daran planen."
12.12.18

 CSU bei 44 Prozent


Die Zweitstimmen im Landkreis Neumarkt
(Zur Vergrößerung auf die Grafik klicken)
NEUMARKT. Die CSU erlitt bei den Landtagswahlen im Landkreis Neumarkt wie in ganz Bayern eine krachende Niederlage und fällt hier auf 44 Prozent.

Das sind zwölf Prozentpunkte weniger als 2013 und immerhin noch fünf Prozentpunkte weniger als beim "Desaster" 2008.

Die SPD halbiert ihre Stimmen auf gut sechs Prozent.

Zweitstärkste Parteien sind im Landkreis die Freien Wähler, in der Stadt Neumarkt die Grünen.

Die AfD bleibt im Landkreis Neumarkt unter zehn Prozent; allerdings schneiden die Rechten im Neumarkter Stadtgebiet zweistellig ab. Im Wahllokal Grundschule Hasenheide holen sie beispielsweise sogar über 20 Prozent; mehr als doppelt soviel wie die Freien Wähler.

Die Wahlbeteiligung im Landkreis stieg gegenüber den letzten Wahlen deutlich an und liegt bei über 76 Prozent, im Stadtgebiet Neumarkt bei 71 Prozent.


Um 21.45 Uhr lagen alle Ergebnisse aus dem Landkreis Neumarkt vor.neumarktonline-Leser finden sie hier.

CSU-Kreisvorsitzender Alois Karl nannte das Ergebnis für seine Partei im Landkreis Neumarkt "erwartbar, aber nicht schön". Bei der "Wahlparty" im Johanneszentrum wollte erwartungsgemäß keine Stimmung aufkommen. Mit Kreisgeschäftsführer Werner Mikulasch zeigte sich Karl aber einig, mit der Veranstaltung wie in früheren Jahren "Dank zu sagen an alle, die sich in den letzten Wochen für die Partei und die Kandidaten eingesetzt" hatten. Und Morgen sei Montag, sagte Karl, "da scheint wieder die Sonne“. Froh sei er, daß die AfD nicht das erreichen konnte, "was sie sich ausgemalt" habe.


Kein schönes Ergebnis: CSU-Kreisvorsitzender Alois Karl und Listenkandidatin Helga Huber

Für CSU-Listenkandidatin Helga Huber war nach dem Wahlergebnis ziemlich klar, dass ihr der Einzug in den Landtag verwehrt würde. Aber der Wahlkampf habe ihr viel gegeben. Sie werde weiter machen. „Denn wo eine Tür zu geht, geht eine andere auf.“

Siegfried Hauff von den Grünen zeigte sich "einfach nur glücklich über das historisch beste Wahlergebnis". Seine Partei habe alle Wahlziele erreicht und sei zweitstärkste Partei in Bayern. "Umwelt und Menschlichkeit zählen doch noch etwas", sagte der Direktkandidat der Grünen.

"Die bayerische Bevölkerung will eine Partei, die der CSU auf die Finger schaut", sagte Matthias Penkala von den Freien Wählern. "Unser bestes Ergebnis bisher, ich bin froh und stolz auf das, was wir geleistet haben".

André Madeisky von der SPD nannte das Ergebnis seiner Partei "natürlich erstmal enttäuschend". Man muss das Votum als Hausaufgabe verstehen, "dass wir den Wählern wieder zeigen müssen, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von uns vertreten werden". Es sei in der Vergangenheit viel Vertrauen zerstört worden, das "wir wieder gewinnen" müßten. Persönlich nahm er "viel Gutes" aus dem Wahlkampf mit; er habe "sehr viele tolle und intensive Gespräche mit interessanten Menschen im Landkreis geführt und viel Zuspruch erhalten, dass ich mich als Frischling in die Politik traue".

Alle Parteisprecher bedankten sich bei den Helfern der Partei und ihren Wählern.

Die Ergebnisse der Bezirkstagswahl werden erst am Montag vorliegen, sagte um 23 Uhr ein Sprecher des Landratsamtes.

Die Erstimmen im Landkreis Neumarkt
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14.10.18

"Eure Zukunft"


Vertreter der Jugendorganisationen riefen Jung- und Erstwähler zur Wahl auf

NEUMARKT. Die Jugendorganisationen der CSU, FDP, SPD, Grünen und der Freien Wähler appellierten an Jung- und Erstwähler, zur Wahl zu gehen.

"Ihr habt am 14. Oktober eine Stimme. Setzt sie ein", heißt es in einem gemeinsamen Wahlaufruf. Die Jugendorganisationen der Parteien hoffen damit auf einen klaren Schulterschluss für eine hohe Wahlbeteiligung.



Gerade die junge Generation sollte und müsse an dem politischen Willensbildungsprozess teilnehmen, hieß es von Junger Union, Julis, SPD, Grünen und den Freien Wählern: "Es geht um Eure Zukunft". 
07.10.18


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang