Statistiken aus Bayern

Weniger Straftaten im Süden

NEUMARKT. Die Parsberger Polizei spricht in ihrer Jahresbilanzvon einem erheblicher Rückgang der Zahl der Gesamtstraftaten im südlichen Landkreis.

In nahezu allen Deliktsbereichen sanken die Fallzahlen. 18,3 Prozent weniger Delikte bedeutet den niedrigsten Wert seit zehn Jahren, sagte am Donnerstag der Parsberger Polizei-Chef, Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter.

Das sicherste Pflaster war im letzten Jahr wieder Breitenbrunn mit zehn Delikten pro 1000 Einwohner. Am "gefährlichsten" lebte man in Parsberg, wo auf 1000 Einwohner immerhin 44 Straftaten kamen. Ein schiefes Bild zeigt sich übrigens bei der Gemeinde Hohenfels: mehrere tausend US-Soldaten und ihre Angehörige wohnen dort, unterliegen aber nicht dem deutschen Melderecht - trotzdem werden aber alle von ihnen begangene Straftaten bei der Zivilbevölkerung mitgezählt.

Die Übersicht:

Gemeinden Delikte 2015 Häufigkeitsziffer 2015 Delikte 2016 Häufigkeitsziffer 2016
Breitenbrunn 35 10 29 8
Dietfurt 132 21 146 24
Hohenfels 68 31 45 21
Lupburg 36 15 27 11
Parsberg 297 44 253 37
Seubersdorf 83 16 63 12
Velburg 137 26 81 15


Die Aufklärungsquote im Jahr 2016 beträgt stolze 67,7 Prozent (Vorjahr: 73,2 Prozent). Im Jahr 2016 sind 644 (788) Kriminalfälle (- 144 Fälle) ausgewiesen.

Für den Zuständigkeitsbereich der Parsberger Inspektion mit den Gemeinden Breitenbrunn, Dietfurt, Hohenfels, Lupburg, Parsberg, Seubersdorf und Velburg ergibt sich danach eine Kriminalitätsbelastungsziffer von 1858 (2371) Delikten auf je 100.000 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt im Jahre 2016 bei 2769 (3357), im Bereich des Regierungsbezirks Oberpfalz bei 4145 (4181) und bayernweit bei 4785 (4687).


Von den erfassten 644 Straftaten wurden 436 (577) Fälle aufgeklärt. Die diesjährige Aufklärungsquote liegt damit bei 67,7 Prozent (73,2 Prozent). Die Quote der Oberpfalz liegt bei 65,9 Prozent (bereinigt), die bayerische Quote bei 63,7 Prozent (bereinigt). Zu den geklärten 436 Delikten wurden 394 (488) Tatverdächtige ermittelt, wovon 232 Personen bereits polizeilich in Erscheinung getreten waren oder sind.

Insgesamt 60 (80) Tatverdächtige, also 13,8 Prozent (13,9) standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Im Bereich der Gewaltkriminalitätsdelikte waren dies 19 Prozent (36,4), bei den reinen Körperverletzungsdelikten 34,9 Prozent (40,7) und bei den Delikten der Straßenkriminalität 16,7 Prozent (26,7). Mit 25 Tatverdächtigen standen 5,7 Prozent (9,2) unter Drogeneinfluss.

Der Bereich der Diebstahlskriminalität mit 191 Fällen (236) umfasst mit 29,7 Prozent (29,9) den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität und verzeichnete dabei insgesamt einen erkennbaren Rückgang um 19,1 Prozent (- 45 Fälle).

Problemfeld „Wohnungseinbruch-Delikte“

Als Ausreißer in der allgemeinen Straftatentendenz zeigt sich statistisch der Bereich der Wohnungseinbrüche. Nach der aktuellen Statistik stiegen die absoluten Zahlen von 8 auf 25 Fälle. Diese zeitversetzte Entwicklung ergibt sich aus der Systematik der Auslauferfassung. Tatzeitbezogen für das Jahr 2016 ist ein erfreulicher Rückgang von 20 auf zwölf Delikten zu verzeichnen. 15 dieser („PKS“-) Einbrüche zählen nach gegebenen Kriterien zu den Tageswohnungseinbrüchen.

Da es sich bei den Wohnungseinbrüchen um direkte, schwerwiegende Eingriffe in die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger handelt, die entsprechende monetäre aber vor allem auch psychologische Auswirkungen haben, liegt hier ein Schwerpunkt der örtlichen Polizeiarbeit, sagte Gotteswinter. Durch präzise Ermittlungsarbeit, intensive Hinführung der Bürger an präventive Möglichkeiten im eigenen Handeln und im Bereich der technischen Sicherung sowie konkrete Fahndungsmaßnahmen werde hier vehement versucht, der aktuellen Entwicklung gegenzusteuern.

Der Bereich der Ladendiebstähle weist einen Rückgang um 53,3 Prozent auf 21 (45) Fälle auf, was allerdings nichts über die tatsächliche Situation und das wohl immense Dunkelfeld aussagt sowie insbesondere vom Einsatz der Ladendetektive abhängt. Die Delikte des Fahrraddiebstahls im gesamten Dienstbereich sind im Berichtszeitraum um drei auf sechs Fälle zurückgegangen.

Der Bereich der Rohheitsdelikte (Körperverletzungsdelikte, Nötigung, Bedrohung, Stalking) liegt trotz eines deutlichen Rückganges um 21 Fälle mit einer Gesamtzahl von 116 Delikten auf Rang 3 der Straftatenbereiche. Fälle von Körperverletzungen häufen sich insbesondere im Zusammenhang mit Veranstaltungen wie Rocknächten, Faschingstreiben und Disco-Betrieb, aber auch im häuslichen Bereich.

Der Sektor der Vermögens- und Fälschungsdelikte zeigt sich mit 110 Fällen und einem Anteil von 17,1 Prozent (21,2) an der Gesamtkriminalität um 57 Fälle stark rückläufig.


Die Straftatenobergruppe wird dabei mit einem Anteil von 88 Prozent von den Betrugsdelikten dominiert, deren Anzahl auf 93 Fälle (146) sank. Delikte der Internetkriminalität bewegen sich dabei auf einem in etwa gleichbleibenden Niveau. Einen weiter sinkenden Wert zeigen die „Tankbetrügereien“ mit 13 (21) Fällen.

Mit einem geringfügigen Anstieg der Zahlenwerte des Vorjahres von 64 Delikten auf 71 Vorfälle nimmt der Bereich der Straßenkriminalität (also Delikte wie Diebstähle, Körperverletzungs- und Sachbeschädigungstaten aller Art, die ausschließlich oder überwiegend im öffentlichen Raum begangen werden) Rang 4 an der Gesamtkriminalität ein. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 25,4 Prozent (23,4 Prozent).

Der Sektor der Gewaltkriminalität (Tötungsdelikte, Raub, schwere Sexualstraftaten, aber auch gefährliche und schwere Körperverletzung) weist mit einen Anteil von 3,9 Prozent an der Gesamtkriminalität und 25 Delikten (25) exakt den gleichen Wert wie im Vorjahr auf. Hier wurden 84 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Der Bereich der „Häuslichen Gewalt“ zeigt mit 27 (29) Delikten einen leicht rückläufigen Wert. Hier fließen auch die aktenkundig gewordenen zwölf Vorfälle im Bereich der US-Streitkräfte mit ein.

Bei den Delikten der Rauschgiftkriminalität ist mit 34 Delikten (26) eine ansteigende Tendenz zu erkennen, wobei es sich hier natürlich weitgehend um Kontrolldelikte handelt.

Die Anzahl von Delikten gegen Polizeibeamte, wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, blieb mit 3 (3) Straftaten gleich. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt. Allgemein ist allerdings eine grundsätzliche Abnahme des Respekts vor Amtspersonen zu erkennen, hieß es.

Die Anzahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von sexueller Nötigung bis zur Verbreitung pornographischer Schriften), blieb mit 10 (9) Fällen in etwa gleich.

An politisch motivierter Kriminalität wurden vier relevante Delikte geringerer Intensität aktenkundig. Unbekannte hatten unabhängig voneinander in unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten Hakenkreuze zum Teil in Schnee zum Teil auf der Fahrbahn angebracht. In zwei Fällen eskalierten alkoholisierte Auseinandersetzungen im Skandieren von „Sieg Heil“ oder dem Zeigen des "Hitlergrußes".
16.03.17

Minus-Rekord bei Straftaten


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NEUMARKT. Noch niemals in den letzten zehn Jahren gab es - absolut wie auch relativ - so wenig Straftaten im Landkreis wie im letzten Jahr.

Auch die Fälle von schwerer und gefährlicher Körperverletzung lagen 2016 in einem Zehn-Jahres-Tief. Dagegen stieg die Aufklärungsquote erstmals auf über zwei Drittel.

Dies ging aus den Zahlen hervor, die Polizeipräsident Gerold Mahlmeister am Dienstag bei der Vorstellung des "Berichts zur Sicherheitslage" präsentierte.


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Die Gesamtzahl der Straftaten im Landkreis Neumarkt ging zum Beispiel im letzten Jahr von 4430 auf 3610 zurück und lag damit so tief wie seit zehn Jahren nicht mehr.


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Das gleiche gilt für die sogenannte "Häufigkeitszahl": sie zeigt die Zahl der Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl an: sie fiel um satte 17,5 Prozent von 3357 auf 2769.


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Nur ganz leicht ist die Gewaltkriminalität im Landkreis gestiegen: von 106 auf 107 Fälle, also um weniger als ein Prozent. Hier lagen in den letzten zehn Jahren die Zahlen nur zwei Mal niedriger.


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Die Zahl der gefährlichen oder schweren Körperverletzungen sank ebenfalls im Landkreis Neumarkt: im letzten Jahr von 87 auf 83 Fälle - auch das bedeutet ein Zehn-Jahres-Tief.


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Eine der wenigen Zahlen, die bei der präsentierten Statistik stieg, ist die Aufklärungsquote - und das ist ebenfalls positiv. 66,7 Prozent aller Straftaten - also mehr als zwei Drittel - wurden im letzten Jahr geklärt - das ist soviel wie nie.


Oberpfalzweit war das Jahr 2016 neben den täglichen Streifen- und Ermittlungsaufgaben von besonderen Einsätzen wie der Verfolgung und Festnahme eines dringend Tatverdächtigen quer durch die mittlere Oberpfalz nach einem Tötungsdelikt in Maxhütte-Haidhof oder einer Bedrohungslage mit Schusswaffe an einer Schule in Regensburg geprägt, sagte Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. Neben der Zuwanderung forderten Terrorlagen in Bayern und die Reichsbürger-Szene auch die Oberpfälzer Polizei in hohem Maße.

Nahezu unverändert zeigt sich in der Gesamt-Oberpfalz die Zahl der Gesamtstraftaten. Man bleibt hier auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen zehn Jahre. Mit 45.281 Straftaten wurden im Jahresvergleich zwölf Fälle mehr registriert.
14.03.17

Nur Kurzzeit-Besucher

NEUMARKT. Während die Bettenzahl im Neumarkter Touristikgewerbe um über 200 gestiegen ist, nahm die Zahl der Übernachtungen nur eher mäßig zu.

Im letzten Jahr ist die Zahl der Gästebetten beachtlich von 649 auf 834 geklettert, während die Zahl der Übernachtungen nur um gute 20 Prozent angestiegen ist, von 91.709 auf immerhin 112.576. Diese Zahlen wurden jetzt bei der Präsentation der Tourismus-Statistik in Neumarkt bekannt.


Das große Problem der Hoteliers: viele Besucher bleiben nur kurz, Urlauber mit einer Woche oder gar noch längerem Aufenthalt sind die Ausnahme. So standen im letzten Jahr 58.694 Urlauber-Ankünfte 11.2576 Übernachtungen gegenüber - das heißt viele Gäste reisen schon nach einer, spätestens der zweiten Nacht wieder ab.
09.03.17

1433 Notfalleinsätze im letzten Jahr


Das Rote Kreuz stellte die Jahresbilanz vor

NEUMARKT. 1433 Notfalleinsätze zählte das Rote Kreuz im Landkreis Neumarkt im letzten Jahr. Dazu kommen 3692 Notarzteinsätze und 9631 Krankentransporte.

Diese Zahlen wurden am Mittwoch bekannt, als BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann, Rettungsdienstleiter Werner Lorek zusammen mit dem BRK-Kreisvorsitzenden Albert Löhner die Jahresbilanz vorstellten.

Beim Roten Kreuz Neumarkt arbeiten täglich 236 hauptamtliche Mitarbeiter. Das große Plus seien jedoch die über 4000 ehrenamtlichen Helfer, die im Bedarfsfall schnell und effizient reagieren können. Diese Freiwilligen würden ihre Freizeit in den Dienst am Nächsten stellen und sich aus- und fortbilden, um im Bedarfsfall qualifizierte Hilfe leisten zu können.


Von den Rettungswachen in Neumarkt, Parsberg und Berching und dem Stellplatz in Hörmannsdorf wurden im vergangenn Jahr 2016 insgesamt 17.785 Einsätze durchgeführt. Mit 716.490 gefahrenen Kilomentern ist die Laufleistung der Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge abermals gestiegen.

Auch der Rot-Kreuz-Kindergarten war mit 84 Kindern in vier verschiedenen Gruppen wieder voll ausgelastet.

12.462 Fahrten führten die Mitarbeiter des Betreuten Fahrdienstes durch. Mit 13 Spezialfahrzeugen und zwei Bussen brachten sie Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, zum Arzt, zur Dialyse oder zu Veranstaltungen und zum Einkaufen - auch am Wochenende und an Feiertagen.

9319 Bürger in der Stadt und im Landkreis Neumarkt spendeten bei insgesamt 65 Terminen Blut.

In über 290 Kursen wurden 4604 Teilnehmer in den unterschiedlichsten Lehrgängen ausgebildet. Neben der klassischen Ausbildung in Erster Hilfe führt das Rote Kreuz auch andere Kurse durch, so etwa in Erster Hilfe am Kind, Frühdefibrillation oder auch Pflegehelferlehrgänge.

16 Bereitschaften des Roten Kreuzes mit 746 Mitgliedern leisteten im vorigen Jahr mehr als 57.000 Einsatzstunden ehrenamtlich. Die Wasserwacht des Roten Kreuzes ist im Landkreis in elf Ortsgruppen organisiert. Das Jugendrotkreuz hat 138 Mitglieder.

84 ausgebildete Pflegekräfte des BRK versorgten im vergangenen Jahr knapp 570 Patienten

Im Jahr 2016 nutzten fast 300 Kunden im Landkreis Neumarkt den Hausnotruf. Das Angebot „Essen auf Rädern“ des Kreisverbandes wurde im vorigen Jahr von mehr als 260 Menschen gebucht. Über 10.000 Menschen im Landkreis sind Fördermitglieder.

BRK-Kreisvorsitzender Altlandrat Albert Löhner lobte die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter für ihr Engagement. Nur durch die gemeinsame Arbeit sei diese große Anzahl von Stunden in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern überhaupt erst leistbar, sagte er. Man suche daher immer interessierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD)“, so BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann.
08.03.17


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